Stopper, steinerner Sitz, schmale Stele

Stopper, steinerner Sitz, schmale Stele

Panoramaweg: Stopper, steinerner Sitz, schmale Stege in Flörsheim

Drei Gemarkungsgrenzen stoßen hier zusammen. Auf einem kleinen Platz haben sich drei Steine versammelt. Ein Ort der Kommunikation? Eine Insel im wildwachsenden Ackergrün? Oder ein Zimmer mit Ausblick? Georg Hüter, Bildhauer aus Aschaffenburg, lässt den Betrachter im Unklaren. Aber: Sein Werk verweist auf die Zukunft. Mit dem Apfelbäumchen zwischen den mächtigen Steinen wird „die Natur korrigierend ihren Beitrag leisten“.

Der Panoramaweg ist Teil der Regionalpark-Rundroute und verbindet auf knapp 1,5 Kilometer Länge den Park Bad Weilbach mit dem Weinort Wicker. An klaren Tagen schweift der Blick bis zum Odenwald. Im Mittelalter verlief hier die „Kasteler Landwehr“, die Grenz- und Verteidigungsanlage zum Schutz des kurmainzischen Territoriums.

Im Sommer 1998 schufen fünf Künstler entlang des Panoramaweges fünf große Steinobjekte. Zu diesem Bildhauersymposium „en plein air“ hatte die Regionalpark Gesellschaft nicht nur Thomas Link aus Issing bei München eingeladen, der den Kreis der Steine aus Basalt formte. Auch Hubert Maier, Gerard Höweler, Georg Hüter und Ingrid Hornef nutzten den Projektzeitraum von sechs Wochen zum Erschaffen charismatischer Werke.

Ziel der internationalen Künstlerwerkstatt unter freiem Himmel war aber nicht nur, die inspirierende Umgebung durch die monumentalen Objekte noch zu überhöhen. Auch die Bürger hatten die Möglichkeit, während der Entstehungsprozesse mit den Künstlern ins Gespräche zu kommen. Hüter schenkt seinen Steinen eine Stimme: „Ein steinerner Sitz, ein Block zum Hineinkriechen, sich geborgen fühlend die Landschaft betrachten. Der große Stein – ein Stopper – um die Ecke weisend. Die schmale Stele hinten – schlank und etwas schüchtern – zwischen ihren beiden so „wichtigen“ Brüdern.“ Solches Dabeisein und Nachvollziehen der Gedanken während der Arbeit an den Objekten hat dem Projekt großen Zuspruch gesichert.

Kein Stein steht dort zufällig am Weg, alle reflektieren die Landschaft in der und für die sie entstanden sind. Es geht um Wissen und Empfinden, um Kultur und Natur, um Lärm (auch Fluglärm) und Stille, um eiliges Leben und darum, Ruhe zu finden.

Kontakt und Ansprechpartner

Regionalpark RheinMain Pilot gGmbH
Frankfurter Straße 76
65439 Flörsheim am Main
06145/9363630
portal@regionalpark-pilot.de

Teil der Route:

Regionalpark Rundroute

Skulpturen am Panoramaweg