Schloss Wolfsgarten

Schloss Wolfsgarten

Schloss Wolfsgarten liegt in einem weitläufigen Landschaftspark. Es ist von Landgraf Ernst-Ludwig von Hessen-Darmstadt 1721 – 1724 als Jagdschloss errichtet worden. Zwischenzeitlich verfallen, wurde es ab 1834 vom hessischen Großherzog Ludwig III. wieder hergerichtet. Heute dient es dem Hause Hessen als Wohnsitz. Zweimal im Jahr öffnen sich die Pforten und der Park ist für Besucher zugänglich.

Bauherr Ernst-Ludwig (1667 – 1739) begründete den Ruf der hessischen Landgrafen als Jagdnarren. Ihr Steckenpferd war die Parforce-Jagd. Sie ist das Inbild adeliger Jagdlust mit hetzender Hundemeute, schallenden Hörnern und Jägern zu Pferde. Um der Sache den richtigen Rahmen zu geben und standesgemäß im Wald zu residieren, ließen Ernst-Ludwig und sein 1691 geborener Sohn Ludwig gleich eine ganze Reihe von Jagdschlössern in Südhessen erbauen. Außer Wolfsgarten waren das Kranichstein, Mönchbruch, Dianaburg, Wiesental, Jägersburg, Griesheimer Haus und weitere; hinzu kamen entsprechende Umbauten etwa in Dornberg oder in Darmstadt selbst.

Ein teures Vergnügen. Nicht ohne Grund führte Ernst-Ludwig die absolutistische Staatsform ein und suchte Wege, um durch neue Steuern den Haushalt auszugleichen. Nach einem zeitweiligen Verbot der Parforcejagd nahm sein Sohn als Landgraf Ludwig VIII. (1739 – 1768) die Tradition wieder auf. Mit seinem Tod zogen andere Sitten ein. Und Schloss Wolfsgarten verfiel. Nur wenige Jahrzehnte später stand es auf Abbruch – doch der Ururenkel, Großherzog Ludwig III., setzte sich für die Anlage ein. Sein Neffe Ludwig IV. rückte das ursprünglich nach Plänen des Baumeisters Remy de la Fosse entworfene Anwesen wieder deutlich in den Mittelpunkt auch der Staatsgeschäfte. Ab 1879 residierte die Familie dort vor allem im Sommer und nutzte es für Staatsempfänge.

Der Bau weist die klassische Form von Jagdschlössern auf: Neben dem Herrenhaus gruppieren sich Stallungen und weitere Funktionsgebäude um einen rechteckigen Hof. Umgeben ist der Bau von einem Park, der harmonisch in den Wald übergeht. Spannendes architektonisches Detail in dem heute von Mauer und Zaun umgebenen Areal: Von 1900 an entstanden dort kleine Jugendstilbauten. So entwarf einer der führenden Jugendstil-Architekten aus Darmstadt, Joseph Maria Olbrich, 1902 das so genannte Prinzessinenhaus. Das war in seinen Dimensionen ganz auf die Größe der siebenjährige Prinzessin Elisabeth zugeschnitten. Sie starb allerdings nur ein Jahr später unter tragischen Umständen auf einer Russland-Reise.

Mit dem Ende der Adelsherrschaft in der Weimarer Republik entschied die großherzoglich Familie 1918, sich auf das Schloss zurück zu ziehen. Wolfsgarten ist auch heute noch der Hauptwohnsitz des Hauses Hessen.

Die aus dem Wald kommende prächtige Zufahrt, die Erzhäuser Allee, führt durch den Park zentral auf das Schloss zu. Für das „einfache Volk“ endet der Weg aber am großen Tor – sieht man von zwei regelmäßigen Terminen pro Jahr ab. Bei der Rhododendrenblüte im Mai und dem Fürstlichen Gartenfest im September gibt es Gelegenheit, sich im rund einen halben Quadratkilometer großen Park zu ergehen.

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