Weißer Tempel, Langen

Weißer Tempel, Langen

Der im Volksmund als „Weißer Tempel“ bezeichnete Bau hieß früher „Ernst-Ludwig-Schirm“. Er war nach seinem Erbauer Großherzog Ludwig III. benannt. Der ließ ihn um 1850 errichten. Rund um den markanten Pavillon wird an Pfingsten ein Waldfest gefeiert. Zudem ist er beliebtes Ausflugsziel und dient als Orientierungspunkt: Die im Quadrat-Raster angelegten Schneisen in der weitläufigen „Koberstadt“ sehen sich zum Verwechseln ähnlich.

Der Großherzog Ludwig III. (1806 – 77) gehörte nicht zu den exponiertesten Vertretern aus dem Hause Hessen. Obwohl in stürmischen Zeiten (48er Revolution) als Herrscher gefordert, hinterlässt er auf politischer Ebene keine tieferen Spuren. Ebenso wenig tobte er sich, wie andere aus dem Darmstädter Herrscherhaus vor ihm, in Aufsehen erregender Architektur aus. So gesehen ist der kleine Rastplatz im Wald ein passender Ort, um an einen Mann zu erinnern, der die letzten Jahre seines Lebens höchst zurückgezogen verbrachte.

Die heutige Konstruktion im Wald westlich von Egelsbach ist indes nicht der Ursprungsbau. Stürme setzten der schirmartigen Konstruktion heftig zu. 1906 wurde sie durch den wesentlich stabiler gebauten „Weißen Tempel“ ersetzt. Der verdankt seinen Namen einem ursprünglich weißen Anstrich. Der ist freilich auch längst verschwunden.

Weshalb Ludwig III. für den Pavillon gerade jene Stelle am wählte, lässt sich nicht ohne weiteres nachvollziehen. Der Schnittpunkt von Höllschneise und Langer Steinkautschneise sieht aus wie unzählige andere Waldkreuzungen auch. Klar ist dagegen, was es mit dem Koberstädter Wald auf sich hat. Er ist übersät mit mächtigen Hügelgräber. Die Funde aus der Hallstattzeit waren so beeindruckend, dass die gesamte regionale Kultur den Beinamen „Koberstädter Kultur“ erhielt. Das Wort Koberstadt gibt übrigens einen Hinweis darauf, weshalb die Archäologen dort so bemerkenswerte Funde machten: Kober steht für Kupfer. Wer hier Erz verhüttete, war reich.

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