
Zukunft zwischen
Stadt und Grün
Ideen und Ziele für eine lebenswerte Region
Stellen Sie sich eine Metropole vor, in der die Städte nicht einfach ineinander übergehen, sondern die Raum zum Atmen lässt. Das Rhein-Main-Gebiet ist ein solcher Ort: Mit über 3,7 Millionen Einwohnern ist die Region ein pulsierendes Zentrum, das sich bis heute wertvolle „regionale Grünzüge“ bis in das Herz von Frankfurt hinein bewahrt hat – ein Privileg, um das uns viele andere Ballungsräume beneiden. Damit auch künftige Generationen noch offene Landschaften, Felder und tiefe Wälder genießen können, entwickeln Kreise, Kommunen und viele weitere Partner zwischen Rheingau und Spessart, Taunus und Hessischem Ried den Regionalpark RheinMain. Gemeinsam möchten wir die Landschaft vor unserer Haustür schützen, aufwerten und für Sie als Erholungsraum erschließen. Denn nur wer diese Region mit ihrer spannenden und abwechslungsreichen Landschaft selbst erleben und erfahren kann, wird sich auch für sie einsetzen.
Regionalpark auf einen Blick
Von außen gesehen ist das Bild der Region FrankfurtRheinMain durch die Faktoren ihres wirtschaftlichen Erfolgs als internationale Drehscheibe mit Banken, Flughafen und Messe bestimmt. Qualitäten wie eine intakte Landschaft, kulturelle Angebote sowie Freizeit- und Erlebnismöglichkeiten sind aus dieser Perspektive noch nicht erkennbar.
Die Region FrankfurtRheinMain hat aber im Gegensatz zu den anderen großen europäischen Ballungsräumen, mit denen sie sich im Wettbewerb befindet, noch viele offene Landschaften bis in den Kern des Ballungsraums hinein. Viele neu Angekommene lernen hier die Region, die schöne Landschaft mit landwirtschaftlichen Flächen, Naturschutzgebieten und Bachauen, die Vielfalt der großen und kleinen Orte, das reiche kulturelle Umfeld und die Offenheit der Menschen kennen und schätzen.
Der Regionalpark will diese Qualitäten entwickeln, damit das Bild der Region auch stärker davon mitgeprägt wird.
Der Regionalpark RheinMain wurde vor über 30 Jahren konzipiert, um verbliebene Freiflächen zwischen den Siedlungen im Verdichtungsraum RheinMain zu sichern und für die Erholung in der Region zu erschließen. Unsere Grundidee ist es, die verbliebene Landschaft als Erholungs- und Erlebnisraum aufzuwerten und so die regionale Identität zu stärken. Es lohnt sich – allen Tendenzen der Zersiedlungen, der Zerschneidung durch Autobahnen, der Verlärmung durch Verkehr zum Trotz – Landschaft bewusst wahrnehmbar und erlebbar zu machen. Die vielfältigen Facetten ihrer weichen Qualitäten – ihre Schönheit, Heiterkeit und Erlebnisqualität – sollen für Entdeckungslustige von Nah und Fern erfahrbar werden. Für landschaftliche Besonderheiten, kulturhistorische Schätze und wichtige Ökosystemleistungen kann so der Blick geschärft und Aufmerksamkeit geschaffen werden.
Stück für Stück entsteht im Ballungsraum ein Netz aus attraktiven Wegen, den Regionalparkrouten. Sie erschließen die verbliebenen und manchmal auch vergessenen vielfältigen Landschaften der Region und machen sie erfahrbar.
Sie führen vorbei an landwirtschaftlicher Kulturlandschaft, idyllischen »Landschaftsinseln«, Monumenten der Industriekultur, historischen Gärten und Parks sowie bedeutenden Stätten der Vor- und Frühgeschichte über das Mittelalter bis zur Gegenwart. Geschichte wird anschaulich erlebbar, aber auch das Gespür für die hiesige Natur und der kindliche Entdeckergeist werden geweckt. Und das alles in einer kontrastreichen Landschaft, die hohe Mobilität und wirtschaftliche Leistungsstärke in unmittelbarer Nachbarschaft zu idyllischen Naturräumen aufweist.
Heute sind bereits über 350 Projekte als Erlebnispunkte realisiert und damit attraktive Ausflugsziele entstanden. Sie werden über das auf mittlerweile 800 Kilometer angewachsene Regionalparkroutennetz verbunden, das von jedem Ort der Region einen schnellen Einstieg ermöglicht. Zukünftig soll das Routennetz auf über 1.250 Kilometer anwachsen.
So bietet der Regionalpark RheinMain einmalige Qualitäten, die zum Entdecken und Erleben einladen. Die Landschaft vor der Haustür, aber auch bislang unbekannte Ziele in der Region, sind leicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Freizeitkarten und Tourenguides ermöglichen ebenso wie der Erlebnisfinder auf der Homepage des Regionalparks einen raschen Einstieg, sie bieten Orientierung und viele weiterführende Informationen.
Eine Landschaft, die Erholungsraum bietet und zugleich ihren anderen Aufgaben sowie den zunehmenden Herausforderungen gewachsen ist: Genau für eine solche Landschaft setzt sich der Regionalpark ein. Auch weiterhin möchten wir die regionalen Grünzüge bewahren und als Orte der Ruhe, Bewegung und Naturerfahrung stärken.
Unsere Region steht dabei zukünftig aber vor großen Herausforderungen: Wohnungsbau und Gewerbe benötigen Fläche, ebenso wie Landwirtschaft und Forstwirtschaft. Auch Mobilität, Natur- und Artenschutz, Energiegewinnung und -transport sowie Bereiche, die der Kaltluftentstehung dienen, die CO₂ binden oder mit Trockenheit und Starkregen umgehen müssen, beanspruchen Raum. Und nicht zuletzt braucht die Bevölkerung Orte für Freizeit und Erholung. All diese Aufgaben müssen auf einem Gut erfüllt werden, das nicht vermehrbar ist: unserem Boden.
Damit dies gelingt, müssen wir Belange und Bedürfnisse klug abstimmen und – wo möglich – mehrere Funktionen auf einer Fläche bündeln. Dies ist eine der zentralen Zukunftsaufgaben unserer Region. Der Regionalpark möchte sich dieser Herausforderung nicht verschließen, sondern aktiv Lösungen mitgestalten.
Deshalb arbeiten wir weiter daran, Erholungsräume aufzuwerten und so die Verbindung zwischen Stadt und Land zu stärken. Unsere Routen helfen dabei, BesucherInnen zu lenken und gleichzeitig wertvolle Landschaften erlebbar zu machen. Darüber hinaus verstehen wir uns als neutrale Plattform, die unterschiedlichste Akteure des Freiraums miteinander vernetzen kann. Als Gemeinschaftsprojekt der Region und des Landes Hessen unterstützen wir die interkommunale Zusammenarbeit und tragen vor allem entlang unserer Routen dazu bei, dass unsere vielfältige Landschaft auch in Zukunft erhalten und erlebbar bleibt.