Tourenguide 8 – Kaleidoskop einer Stadtgeschichte

Tourenguide 8 – Kaleidoskop einer Stadtgeschichte

Die Tour im Überblick:

Bahnhof
Bahnhof
mittel
02:20 h
36,2 KM
145 Meter
Luftbrückendenkmal, Mönchbruchwiesen

Freizeitkarte: Südlich des Mains Teil 1+2

Tour 8 - Kaleidoskop einer Stadtgeschichte

In der Stadt Offenbach trifft man neben einer jahrhundertealten Handwerks- und Industriegeschichte auf moderne Urbanität. Die Tour entlang des Grünrings vom Main zum Main bietet ein wechselvolles Spiegelbild dieser dynamischen Stadtentwicklung – und einen weiten landschaftlichen Mainbogen.

Der ehemalige Industriehafen von Offenbach ist heute ein modernes Wohn- und Arbeitsviertel. Wir stehen dort auf der Aussichtsplattform des Blauen Krans und versuchen, uns die Betriebsamkeit des alten Hafens beim Be- und Entladen verschiedenster Güter vorzustellen – Krach, Staub, Gerüche und die Menschen, die hier hart gearbeitet haben. Heute blicken wir nicht nur auf Frankfurt und den Taunus in der Ferne, sondern auch auf die Balkone des neuen Wohnviertels, die treppenartige Freifläche unmittelbar am Wasser und die Menschen, die dort sitzen und den Tag genießen. Der Blaue Kran steht als Kunstwerk für die alte Industriegeschichte und er steht als regionale Landmarke für die Idee des Regionalparks.

Die erste Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung Offenbachs legten die Grafen von Isenburg. Sie gewährten um 1700 den aus Frankreich geflohenen Hugenotten die freie Ausübung ihres Glaubens. Unter ihnen waren viele Gewerbetreibende und Handwerker, sodass zahlreiche Manufakturen entstanden. Die ehemalige Residenz der Grafen, das Isenburger Schloss, gehört heute zu den bedeutsamsten Baudenkmälern der Stadt. Für einen Blick auf die Renaissancefassade mit den aufwändig gestalteten Arkadengängen lohnt sich der kleine Abstecher zu der mainabgewandten Südseite des Schlosses, das inzwischen mit der Hochschule für Gestaltung Offenbach eine neue Nutzung
gefunden hat.

Auf ein weiteres Schloss treffen wir am anderen Ende des Mainbogens, das Schloss Rumpenheim. Ein wenig Zeit zum Lustwandeln in der ausgedehnten Parkanlage im Stil der englischen Landschaftsgärten sollte man sich nehmen. Direkt vom Weg aus fällt der türkische Pavillon mit seinem filigranen Dach ins Auge. Der Blick auf den Main hier am östlichen Kopf der Tour wurde vom Regionalpark mit einem kleinen Aussichtsplatz in Szene gesetzt.

Während der Industriealisierung standen nicht mehr die herrschaftlichen Parkanlagen im Mittelpunkt. Es wurde wichtig, für die Arbeiterfamilien in den beengten Wohnverhältnissen Grünflächen für gesunde Lebensbedingungen anzulegen. So entstand auf Anregung des damaligen Bürgermeisters in den 1920er Jahren der Leonhard-Eißnert-Park. Auf dem Grünring kommen wir noch durch einige weitere historische Freiflächen mit Elementen aus verschiedenen Epochen der Stadtgeschichte. Auf dem Gelände des heutigen Dreieichparks wurden beispielsweise Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Betonbauten ohne Stahlbewehrung ausgestellt, unter anderem eine Brücke im Miniformat.

Aus jüngerer Zeit stammt der Wetterpark mit seinem Regionalpark Portal. Hier lässt sich viel über das Wetter lernen, denn der Park vermittelt eine Vielzahl an interessanten Details über den Sonnenstand, über Wolken, Wind und Regen sowie – auf dem Aussichtsturm – über Sichtverhältnisse. Eine passende Ergänzung ist die Klimaroute am Main mit drei Stationen in Offenbach. Am Beispiel der Flüsse weltweit werden in dem Regionalparkprojekt die ökologischen Zusammenhänge und die möglichen Folgen des Klimawandels anschaulich verdeutlicht.

Der Grünring in Offenbach verknüpft viele Aspekte: Wetter und Klima, urbanen Wandel im Hafenpark, Parkanlagen verschiedenster Epochen – ein Kaleidoskop der Stadt, vom Main zum Main.

Wegbeschreibung

Beim TOURSTART am Bahnhof Offenbach-Ost fahren Sie nach Osten in den Lämmerspieler Weg mit dem Hinweis Regionalpark Rundroute 0,4 km. Die wird bis zum Hainbach Ihr Hauptwegweiser. Nach 700m schräg links an den Schienen hoch auf einem Schotterweg zum Wetterpark. Der Weg kurvt durch den Leonhard-Eißnert-Park, dann vorbei am Stadion und per Ampel über die Bieberer Straße. Nach einigen Kreuzungen ist …

… das REGIONALPARK PORTAL WETTERPARK OFFENBACH erreicht. Nach dem Besuch geradeaus weiter, dann schwenken Sie links und rollen am Hainbach entlang. Dann wechselt die Beschilderung:

Sie folgen rechts dem Grünring OFFENBACH – VON MAIN ZU MAIN bis zur Senefelder Straße. Die breite Waldstraße lässt sich mit der Fußgängerampel leicht kreuzen, dann rollen Sie entspannt mit viel Grün durch den Stadtteil Lauterborn, vorsichtig über die Senefelder Straße und weiter zum Aussichtspunkt Buchrain.

Die SPRENDLINGER LANDSTRASSE queren Sie am besten, indem Sie die Ampel ein paar Meter links nehmen. Dann in der alten Fahrtrichtung weiter und leicht bergauf zum Buchrain. Der Grünring Offenbach biegt im Villenviertel mehrmals ab, dann taucht er in den Wald ein zum Rondell August-Bebel-Ring.

Sie fahren scharf links unter dem BAHNDAMM durch und dann schräg links gegenüber in die Grünanlage zum August-Bebel-Rondell. Am Ende führt Sie die Route durch den großflächig umgebauten Kaiserlei-Kreisel, dahinter biegt sie rechts zum Main ab mit dem Etappenhinweis Isenburger Schloss.

Zuvor passieren Sie im neuen Hafenviertel den BLAUEN KRAN: Der Mainradweg führt Sie nach 1km am Isenburger Schloss vorbei; von da sind es gut 6km bis zur Rumpenheim Fähre: Links der Main, rechts Felder und Gehölzflächen im Mainbogen – Radeln kann herrlich sein!

Das RUMPENHEIMER SCHLOSS: Sie können rechts die Schmiedegasse hoch fahren und dann quer durch den Schlosspark schieben – oder am Main bleiben. Am Ende der Schlossgartenmauer scharf rechts hoch zum Mainblick. Hier treffen Sie wieder auf die bekannten Zeichen der Regionalpark Rundroute, die den Wetterpark anvisiert. Mitten im Grünzug des Altmainarms Kuhmühlgraben biegen Sie links hoch. Etwas aufpassen muss man auf der Laskabrücke, der einzigen Passage, wo Sie sich mit Autos die Straße teilen. Aber nicht lang, denn bald geht es rechts zum S-Bahnhof OF-Ost.

GPX - Track

Essen & Trinken

A — MAINPROMENADE
restaurantmainpromenade.de

B — ESS:ZIMMER
esszimmer- offenbach.de

C — HAFEN 2
hafen2.net

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Die Tour im Süden des Regionalparks gleicht einem landschaftlichen Bilderbogen, der das Leben der Menschen über die Jahrhunderte widerspiegelt. Die entspannte und abwechslungsreiche Fahrt durch Feld, Wald und Wiesen bietet anschauliche Einblicke in die Kulturgeschichte – und kunstvolle Ausblicke in die Ferne.

Das befreite Flussbett der Nidda und die sprudelnden Mineralquellen in Bad Vilbel spielen die Hauptrollen dieser Tour. Die Kulisse bilden jedoch nicht nur Auelandschaften, sondern auch Streuobstwiesen und die Skyline von Frankfurt. Auf den besten Nebendarsteller der Tour, einen Meeresgott, treffen wir im Kurpark von Bad Vilbel.

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In der Flusslandschaft zwischen Rhein und Main bietet sich uns ein Wechselspiel von Wasserkraft, Industriekultur und Idylle. Das Erbe Adam Opels trifft auf verträumt beschauliche Altarme. Ein Höhepunkt dieser Tour ist die Mainspitze mit einem weiten Blick auf die beiden namensgebenden Flüsse dieser Region.

Diese Tour verläuft auf einem Teil der Regionalpark Route Leinpfad durch den Rheingau. Die gesamte Zeit schaut man unmittelbar auf den breiten Fluss mit seinen Auwäldern als Kulisse. Im Rheingau gehört natürlich auch der Wein dazu, der hier an fünf genussvollen und geselligen Orten zwischen Rhein-km 511 und 519 präsent ist.