Kostheimer Schleuse, Ginsheim-Gustavsburg

Kostheimer Schleuse, Ginsheim-Gustavsburg

Sie liegt nur 3,2 Kilometer von der Mündung des Mains entfernt und ist die verkehrsreichste Binnenschleuse im deutschen Wasserstraßennetz: die Kostheimer Schleuse. Bis zu 27.000 Schiffe passieren pro Jahr diese auch älteste Mainschleuse. Bereits 1883 begann der Bau einer Staustufe; die heutige Schleuse entstand in dieser Form aber erst in den 1930er Jahren.

Was zunächst einmal verblüffend klingt, wird beim Blick auf die Hintergründe schnell nachvollziehbar: Normalerweise, denkt der Laie, kommen die Schiffe den Rhein herauf; bestenfalls ein Teil davon biegt in den Main ab. Wie kann dann eine Schleuse mitten im Land die verkehrsreichste sein? Ganz einfach: Durch die Fertigstellung des Main-Donau-Kanals, auch Europakanal genannt, wurde der Main ab 1992 auf einmal das Herzstück der Schifffahrt auf dem Kontinent. Seither tuckern auch in der anderen Richtung vom Schwarzen Meer herauf Lastkähne zu den großen Binnenhäfen nördlich der Donau.

Die Staustufe Kostheim setzt sich aus zwei gigantischen Schleusenkammern zusammen. Versehen sind die mit zweiflügeligen, über Zahnräder und Ketten betriebene, Stemmtore. Die Kammern gehören mit 342 und 339 Metern zu den längsten im Main. Ebenso die Breite: Bei einer Torweite von 12 Metern sind sie 15 respektive 20 Meter breit. Der Fall beträgt 2,36 Meter – wobei diese Angabe für die Kostheimer Schleuse eine Besonderheit aufweist: Mit dem Fall bezeichnen die Fachleute die Höhe zur nächst tiefer gelegenen Schleuse. Die gibt es aber in dem Fall nicht, sondern hier wird die Differenz zur Mündung des Mains in den Rhein gemessen.

Sein heutiges Aussehen mit der charakteristischen Bauhaus-Architektur erhielt der gewaltige Querriegel in den Jahren 1934/35. In der Zeit wurden auch die nächsten Mainschleusen bei Eddersheim und Griesheim gebaut. Bis zum Jahr 1962 entstanden insgesamt 34 Schleusen. Damit ist der Main bis Bamberg oder, genauer gesagt, bis Flusskilometer 388 schiffbar.

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