Kelsterbacher Mainuferpromenade

Kelsterbacher Mainuferpromenade

Die Mainuferpromenade in Kelsterbach gehört zu den reizvollsten Abschnitten am Untermain. Das hohe Ufer ist ein beliebter Blickfang und eine geologische Besonderheit. Mit dem Bau einer riesigen Freitreppe bis in den Main wertet die Stadt den Flecken nochmals erheblich auf: Unweit der Kelster-Mündung wird die ansonsten unzugänglich Vermauerung des Mainbettes aufgebrochen und als Freizeitareal gestaltet.

Bereits heute laden Spiel- und Bolzplätze, Gartenwirtschaften, Wiesen und Blumenbeete am Fluss zum Verweilen ein. Für den im Mai 2011 entschiedenen Landschaftsarchitekten-Wettbewerb wurde ein rund fünf Hektar großes Gebiet ausgeschrieben, das neu gestaltet werden sollte. Außer den geologischen Besonderheiten sollten auch Aspekte wie der historische Treidelpfad und der überregionale Radweg einbezogen werden.

Wer an der Uferpromenade spazieren geht, kommt gar nicht umhin, sich über die bis zu 17 Meter hohe Kante zu wundern. Was wie ein vom Fluss heraus gewaschenes Steilufer aussieht, ist geologisch etwas ganz anderes. Der Hang gehört zur „Kelsterbacher Terrasse“. Wobei die Kommune Namenspate stand für eine Geländeformation, die sich rund acht Kilometer nach Osten bis weit in den Frankfurter Stadtwald hinein zieht.

Die Terrasse markiert die Grenze zwischen dem nördlich gelegenen jüngeren Bett des Mains und dem weit darüber hinaus reichenden älteren Stromland. Entstanden sind die Strukturen in den Jahrmillionen, seitdem der Oberrheingraben geologisch aktiv ist. Vor rund 50 Millionen Jahren begann das Gebiet zwischen den heutigen Städten Basel und Frankfurt sich in Etappen massiv abzusenken. Teilweise überragten „Mittelgebirge“ wie der Odenwald das Rheintal um drei Kilometer – wobei vom Rhein in der heutigen Größe erst seit gut zehn Millionen Jahren die Rede sein kann: Einst nur ein Bach am Kaiserstuhl, bildete sich der gewaltige Strom erst durch die großräumigen Verschiebungen im Bereich des Oberrheingrabens.

Die heutige Form erhielt die Kelsterbacher Terrasse während der Eiszeit. Das Zeitalter mit gewaltigen Temperaturschwankungen begann vor rund 2,6 Millionen Jahren. Frost und Hitze sprengten das Gestein der hohen Gebirge – und Main und Rhein schwemmten es mit den Schmelzwassern in die Ebene und lagerten Sand und Schotter flächig ab. Kam es dann zu weiteren Verwerfungen, änderten die Flüsse ihren Lauf. Stehen blieben dann Terrassen wie die bei Kelsterbach.

Kontakt und Ansprechpartner

Regionalpark RheinMain Südwest gGmbH
c/o Stadt Kelsterbach
Mörfelder Straße 33
65451 Kelsterbach
Tel:  06107- 773226
Fax: 06107- 773400

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