Jagdschloss Mönchbruch

Jagdschloss Mönchbruch

Das Jagdschloss Mönchbruch wurde 1729 – 1732 vom hessischen Landgrafen Ernst-Ludwig erbaut. Die Umfassungsmauer deutet die ansehnliche Größe der damaligen Anlage an. Zwischenzeitlich stark verfallen und zeitweise als günstige Notunterkunft genutzt, versuchen seit einiger Zeit die Betreiber des Ausflugslokals Mönchbruchmühle, daraus wieder ein Schmuckstück zu machen.

Bauherr Ernst-Ludwig (1667 – 1739) begründete den Ruf der hessischen Landgrafen als Jagdnarren. Ihr Steckenpferd war die Parforce-Jagd. Sie ist das Inbild adeliger Jagdlust mit hetzender Hundemeute, schallenden Hörnern und Jägern zu Pferde. Um der Sache den richtigen Rahmen zu geben und standesgemäß im Wald zu residieren, ließen Ernst-Ludwig und sein 1691 geborener Sohn Ludwig gleich eine ganze Reihe von Jagdschlössern in Südhessen erbauen. Außer im Mönchbruch  waren das Kranichstein, Wolfsgarten, Dianaburg, Wiesental, Jägersburg, Griesheimer Haus und weitere; hinzu kamen entsprechende Umbauten etwa in Dornberg oder in Darmstadt selbst.

Ein teures Vergnügen. Nicht ohne Grund führte Ernst-Ludwig die absolutistische Staatsform ein und suchte Wege, um durch neue Steuern den Haushalt auszugleichen. Nach einem zeitweiligen Verbot der Parforcejagd nahm sein Sohn als Landgraf Ludwig VIII. (1739 – 1768) die Tradition wieder auf. Mit seinem Tod zogen andere Sitten ein. Und das Schloss im Mönchbruch mit sechs Herrschaftshäusern sowie Stallungen und Remisen verfiel. Drei der vom Gießener Baumeister Helfrich Müller entworfenen Wohnhäuser wurden 1850 auf Abbruch versteigert. Aus dem Rest des Ensembles aber, so entschied der Ururenkel Großherzog Ludwig III., sollte eine Oberförsterei werden.

Im 20. Jahrhundert diente das ehemalige Adelsquartier häufig als Behausung für Menschen, die sonst schwer unterzukriegen waren. Die Nationalsozialisten brachten den Arbeitsdienst da unter. Später verfrachtete der Kreis dorthin Asylbewerber, und um die Wende zum 21. Jahrhundert wurden ausländische Bauarbeiter in den Fachwerkgemäuern an der B468 einquartiert. Heute ist das rund 1,5 Hektar große Anwesen in Privatbesitz und wird in Abstimmung mit der Denkmalpflege saniert.

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