Goetheturm und Irrgarten, Frankfurt

Goetheturm und Irrgarten, Frankfurt

Ein Neubau ist seit Oktober 2020 wieder für Besucher geöffnet. Leider hatte ein Brandstifter den historischen Goetheturm im Oktober 2017 niedergebrannt.

Im Zusammenhang mit Goethe und Ruhm von „vergänglich“ zu sprechen, ist ungewöhnlich. Auf den Goetheturm trifft es zu: Bis zur Jahrtausendwende galt der Riese im Stadtwald als höchstes begehbares Holzbauwerk Deutschlands. Aber auch ohne dies bleibt die Aussichtsplattform in 40 Metern Höhe immer einen Besuch wert. Wer es flacher und ruhiger mag – geht nebenan zur elegisch im Wald drapierten Goethesäule!

43 Meter misst der 1931 aus mächtigen Holzbalken gezimmerte Goetheturm. Seinen Rang als höchster öffentlich zugänglicher Holzbau lief ihm erst 1999 der „Jahrtausendturm“ bei Magdeburg ab. Ob man aber dieses 60 Meter hohe, geschlossene kegelförmige Gebäude mit dem lichten Turmkonstrukt an der Sachsenhäuser Stadtwaldgrenze vergleichen kann? Das sei mal dahin gestellt. Einen Vorteil zumindest haben die Magdeburger: Der witterungsanfällige Goetheturm muss periodisch geschlossen und aufwändig saniert werden. Und so kommen erst seit dem Frühjahr 2014, nach vier Jahren Pause, die Besucher wieder auf den 196 Stufen ins Schnaufen.

Belohnung ist ein grandioser Rundblick: Im Norden gleitet der Blick über die Frankfurter Skyline mit dem markanten neuen EZB-Tower. Dahinter erheben sich die Taunusgipfel, dominiert vom Feldberg mit dem markanten Turmensemble. Im Uhrzeigersinn schließt sich – bei klarer Sicht – der eher flache Schild des Vogelsberg an, im Osten dann der Spessart und im Süden der Odenwald. Wobei in dieser Richtung am ehesten die belaubten Wipfel der natürlichen Holzriesen im Stadtwald die Sicht versperren. Andere markante Punkte sind die dampfenden Kühltürme des Kraftwerks Staudinger bei Großkrotzenburg, das Kickers Offenbach-Stadion auf dem Bieberer Berg oder die Frankfurter Fußballarena, die unter alten Eintracht-Fans weiterhin Waldstadion heißt.

Irrgarten und GrünGürteltier am Goetheturm

Der Irrgarten schlängelt sich als 500 Meter langer Weg ins Innere des Irrgartens. Dabei zeichnet er die Form des GrünGürtel-Logos nach. Für die 1,80 m hohen Holzbohlenwände wurde bei der Erneuerung FSC-zertifiziertes robustes Robinien- und Douglasien Holz verarbeitet. Hierbei wurde darauf geachtet, dass einzelne Hölzer bei Bedarf leicht ausgetauscht werden können. Damit die Mitte des Irrgartens gut erreichbar ist, z. B. zur Wartung und Pflege wurden in die Holzwände Tore eingebaut. Sie dienen auch als Rettungswege.

Auf der Suche nach der Mitte des Irrgartens können Kinder einige Überraschungen erleben: Mal verzerrt ein Spiegel das eigene Bild oder der Freund oder die Freundin verschwindet einfach durch die Wand. Ein hölzerner Spielturm mit rotem Seilgeflecht bietet einen Überblick. Unterwegs erscheinen immer wieder Teile des GrünGürtel-Tiers, dem „Wappentier“ des Frankfurter GrünGürtels: Hier ein Fuß, dort eine Schulter oder ein Ohr, dann winkt ein Flügelchen und in der Mitte lässt es aus seiner Nase Wasser spritzen. Die GrünGürtel-Tier Elemente sind aus Beton gegossen und mit einem Mosaik aus feinen bunten Steinchen beklebt.

Die im Laufe der Zeit innerhalb des Irrgartens gewachsenen Baumsämlinge (zumeist Buchen) wurden bei der Erneuerung geschützt, sodass sie weiterwachsen können. Außerdem werden im Herbst noch drei weitere neue Bäume (Traubeneichen) gepflanzt.

Auf der Südseite des Irrgartens befindet sich ein Spielgerät mit einer Aussichtsplattform und Seilnetztunnel über den Irrgarten. Das Spielgerät wurde innerhalb des Irrgartens erhalten. Der Irrgarten ist barrierefrei.

Eines sei Besuchern aber mit auf den Weg gegeben: Wer nicht schwindelfrei ist, wird ob der offenen Bauweise Probleme haben, wiewohl der Turm seit der jüngsten Sanierung stärker mit Netzen versehen wurde.

In unmittelbarer Nähe der beiden dem Dichterfürsten gewidmeten Ausflugsziele, Goethetrum und Goethruh, befindet sich ein weiteres: Der bei Kindern höchst beliebte Waldspielpark Goetheturm samt einem Café. Die Zeit ist dort nicht stehen geblieben seit der Eröffnung des öffentlichen Spielgeländes in den 1960er Jahren: Zu Riesenrutsche, Planschbecken und vielen Spielgeräten ist unter anderem ein Irrgarten hinzu gekommen, in dem sich das legendäre GrünGürteltier versteckt hält.

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Teil der Route:

GrünGürtel Radrundweg