Die Ausflügler ``Homebase`` an der Nidda
Für die jüngsten Einwohner ist sonnenklar: Ein Sommer ohne Alten Flugplatz – das geht gar nicht! Wo noch vor der Jahrtausendwende die Hubschrauber der US-Army lärmten, hat die Natur in wenigen Jahren eine lebenspralle Freizeit-Oase unweit der Nidda erschaffen. Heute tobt der Nachwuchs durch das „Grüne Klassenzimmer“, Eltern und Großeltern genießen im Tower-Café Cappuccino und Kuchen.
Der Alte Flugplatz Niddawiesen
Ein Flughafen als Preis-Objekt für Landschaftsarchitekten – das muss man erst einmal hinbekommen. Und noch dazu in Frankfurt! Doch 2005 geschah genau dieses: Der „Bund Deutscher Landschaftsarchitekten“ zeichnete Konzept und Realisierung des Freizeitgeländes „Alter Flugplatz“ mit dem Deutschen Landschaftsarchitekturpreis aus.
Die Idee ist bezaubernd: Man nehme ein aufgegebenes, zuvor hermetisch abgeriegeltes Hubschrauber-Flugfeld und breche die Landebahn auf. Den Rest erledigt die Natur. Lediglich ein kleines Stück wird mit glattem Asphalt fürs Inline-Skaten herausgeputzt. Derweil baue man die Militär-Anlagen um und mache aus einem Hangar eine Konzerthalle und dem Tower ein Café. Ein anderes Betriebsgebäude wird „Grünes Klassenzimmer“ für Schulklassen und Kindergartengruppen. Die abgeräumten Flächen drum herum eignen sich prima als Areal zum Spazieren, für Wiesen, Feuchtbiotope oder Parkplätze. Dazu eine neue Brücke, dank der Fußgänger und Radler aus der City kommend die Nidda queren können – fertig ist eine einmalige Wildnis in der Stadt!
Was so einfach klingt, hatten viele Einheimische zunächst misstrauisch beäugt. Wie diverse Vorhaben der Projektgruppe GrünGürtel Frankfurt war auch der Plan für das Maurice-Rose-Airfield nicht auf den ersten Blick verständlich. Heute aber will keiner mehr diesen Brückenschluss von GrünGürtel und Regionalpark missen. Sein Sinnbild findet er im „Hölderlinpfad“ nach Bad Homburg sowie dem bronzenen GrünGürteltier, das als liebenswerte Skulptur die Niddabrücke schmückt.
Was passiert am Alten Flugplatz?
Mit der zwischenzeitlichen Schließung des Tower-Cafés war es am Alten Flugplatz ruhiger geworden. Doch auch wenn augenscheinlich einiges stillsteht – im Hintergrund wird fleißig gearbeitet.
GASTRONOMIE
Die Gebäude haben starken Sanierungsbedarf. Die Stadt Frankfurt, vertreten durch das Amt für Bau und Immobilien und das Umweltamt, mobilisiert gerade die dafür notwendigen Mittel. Bis die Gebäude in neuem Glanz erstrahlen, wird es allerdings noch etwas dauern. Deshalb schaffen wir Zwischenlösungen: Das Tower-Café und der Große Hangar werden 2025 so hergerichtet, dass Du sie betreten kannst. Damit erweitert sich auch das gastronomische Angebot, das in den letzten Jahren nur in der Sommersaison aktiv war. Informiere Dich gerne über die aktuellen Öffnungszeiten.
UMWELTBILDUNG
Auch die Umweltbildung wird von der Sanierung der Gebäude profitieren, denn das aktuell genutzte Grüne Klassenzimmer kann den Raumbedarf kaum decken. Mit dem Zugang zu den Gebäuden wird das Angebot erweitert und wetterunabhängiger. Im Rahmen des städtischen Bildungsprogramms „Entdecken, Forschen und Lernen im GrünGürtel“ kommen Kindergarten- und Schulkinder an den Alten Flugplatz, um sich mit Themen wie Wind, Wasser und Wildnis auseinanderzusetzen. An Wochenenden und Feiertagen stehen Dir die NaturLots:innen (NaLos) zur Seite. Viele weitere Organisationen beleben diesen besonderen Lernort.
ENTWICKLUNG DER AUSSENBEREICHE
Der Alte Flugplatz im Frankfurter GrünGürtel erfüllt wichtige Funktionen: Naherholung, Umweltbildung und Naturschutz. Um diese langfristig zu sichern, setzt die Stadt Frankfurt in Abstimmung mit den Ortsbeiräten Bonames und Kalbach gezielte Maßnahmen um – koordiniert vom Umweltamt in Zusammenarbeit mit weiteren Ämtern wie dem Amt für Bau und Immobilien und dem Grünflächenamt.
NEUER LOOK & NATURSCHUTZ
Der Alte Flugplatz erhält einen frischen Look – mit gelben Infotafeln und Symbolen der Landebahn. Die Vorplätze werden barrierefrei gemacht, neue Sitzplätze entstehen. Bäume bekommen mehr Raum durch größere Baumscheiben, der Boden wird dabei schonend bearbeitet. Da es sich um ein ehemaliges Militärgelände handelt, werden Asphalt und Boden auf Schadstoffe geprüft und fachgerecht behandelt. Erste Erfolge sind sichtbar: Die Traubenkirsche vor dem Feuerwehrmuseum gedeiht bereits besser – weitere Bäume folgen. Auch das beschädigte Sitzband an der Liegewiese wird ersetzt: mit einem stabilen Gitter und gemütlichen Auflagen – natürlich wurzelschonend.
BESUCHERLENKUNG
Westlich der Gebäude entsteht seit 2003 eine echte Stadtwildnis – mit kleinem Wäldchen, über 100 Vogelarten und 10 Amphibienarten. Dicke Taue zeigen Dir, wo Natur ungestört bleiben soll: „Betreten nur für Frösche“. Neugierig? Die NaturLots:innen bieten sonntags Führungen an.
UMGANG MIT STARKREGEN
Im Frühjahr 2024 standen die Wiesen tagelang unter Wasser, sogar das Feuerwehrmuseum war betroffen. Damit so etwas nicht wieder passiert, planen wir langfristige Maßnahmen – mit Fokus auf einen naturnahen und nachhaltigen Umgang mit Regenwasser.
Kontakt und Ansprechpartner
Regionalpark RheinMain GmbH
Frankfurter Straße 76
65439 Flörsheim am Main
Tel: +49 6145/9363620
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