
Petrographische Fenster an der Fasaneriemauer in Groß-Gerau
Geologische Vielfalt an der historischen Mauer der Fasanerie entdecken
Die petrographischen Fenster an der historischen Bruchsteinmauer der Fasanerie in Groß-Gerau machen die geologische Vielfalt der Region auf anschauliche Weise sichtbar. Entlang der bis zu 2,20 Meter hohen Mauer können Besucher unterschiedliche Gesteine entdecken, die aus verschiedenen Landschaftsräumen des Rhein-Main-Gebiets stammen und hier im Laufe der Jahrhunderte mehrfach wiederverwendet wurden.
Eine Bruchsteinmauer als geschichtliches Zeugnis
Zur Geschichte der Fasanerie und ihrer Umfassung
Die Bruchsteinmauer der Fasanerie entstand zwischen 1722 und 1726 und diente ursprünglich der Einfriedung einer jagdlichen Anlage. Teile des Mauerwerks bestehen aus wiederverwendeten Steinen des nahe gelegenen Dornberger Schlosses sowie vermutlich aus Material eines ehemaligen römischen Kastells in der Umgebung. Die Mauer dokumentiert damit mehrere historische Nutzungsphasen und zeigt, wie Baumaterial über Jahrhunderte hinweg erneut eingesetzt wurde.
Geologische Vielfalt auf kleinem Raum
In den petrographischen Fenstern sind Gesteine aus unterschiedlichen Herkunftsgebieten eingebaut und hervorgehoben. Dazu zählen Tiefengesteine aus dem kristallinen Odenwald, Kalksteine aus dem Mainzer Becken, Sedimentgesteine vom Sprendlinger Horst sowie vulkanische Gesteine aus dem Raum Messel. Informationstafeln erklären die wichtigsten Gesteinsarten, ihre Entstehung und Liefergebiete. So wird die Mauer zu einem leicht zugänglichen Freiluftlabor, in dem Besucher die geologische Entwicklung der Region nachvollziehen können.
Aufenthalt und Vermittlung vor Ort
Kleine Plätze mit Bänken entlang der Mauer laden zum Verweilen ein und bieten Gelegenheit, die Details der Gesteine auf sich wirken zu lassen. Die Beschilderung ist informativ und anschaulich gestaltet.


