Vom Militärflugplatz zum Natur- und Freizeitgelände

Der Alte Flugplatz Frankfurt in der Niddaaue bei Bonames und Kalbach ist ein ehemaliger Militärflugplatz, der heute als Natur- und Freizeitgelände im Frankfurter GrünGürtel genutzt wird. Zwischen Landebahnresten, jungen Wäldern und Feuchtbiotopen erleben Besucherinnen und Besucher, wie sich ein früher streng abgeschirmtes Areal in eine vielfältige Stadtnatur verwandelt hat.

Das einstige Maurice-Rose-Airfield wird zur Wildnis in der Stadt

Geschichte und Umgestaltung

Wo früher Hubschrauber der US-Army starteten und landeten, wurde Anfang der 2000er Jahre ein offenes Gelände für Naherholung und Umweltbildung geschaffen. Die ehemals weiträumig befestigten Flächen wurden in Teilen aufgebrochen, sodass sich Wildkräuter, Wiesen und Gehölze ausbreiten konnten. Strukturen wie die ehemalige Landebahn und der Hangarvorplatz bleiben aber erkennbar und sind zur Naherholung nutzbar. Für dieses Konzept der behutsamen Umgestaltung erhielt der Alte Flugplatz den Deutschen Landschaftsarchitekturpreis und gilt heute als Beispiel dafür, wie Konversionsflächen in wertvolle Grünräume verwandelt werden können.

Freizeit, Umweltbildung und Naturerlebnis

Entlang der alten Landebahn bietet das Gelände Aussicht auf das sogenannte Schollenfeld, Feuchtbiotope und strukturreiche Wiesen, in denen sich zahlreiche Vogel- und Amphibienarten angesiedelt haben. Lernstationen, Führungen und Angebote der NaturLotsinnen und NaturLotsen machen ökologische Zusammenhänge anschaulich und richten sich an Schulklassen, Kitas und interessierte Gäste.

Infrastruktur und Anbindung

Der Alte Flugplatz ist ganzjährig frei zugänglich. Über eine Fußgängerbrücke ist das Areal gut an die Regionalpark Niddaroute, den Hölderlinpfad und in das Wegenetz des GrünGürtels eingebunden. Die Anreise ist sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Fahrrad oder Auto möglich, Parkplätze stehen in begrenzter Zahl am Burghof zur Verfügung.

Was passiert am Alten Flugplatz?

Mit der zwischenzeitlichen Schließung des Tower-Cafés war es am Alten Flugplatz ruhiger geworden. Doch auch wenn augenscheinlich einiges stillsteht – im Hintergrund wird fleißig gearbeitet.

GASTRONOMIE

Die Gebäude haben starken Sanierungsbedarf. Die Stadt Frankfurt, vertreten durch das Amt für Bau und Immobilien und das Umweltamt, mobilisiert gerade die dafür notwendigen Mittel. Bis die Gebäude in neuem Glanz erstrahlen, wird es allerdings noch etwas dauern. Deshalb schaffen wir Zwischenlösungen: Das Tower-Café und der Große Hangar werden 2025 so hergerichtet, dass Du sie betreten kannst. Damit erweitert sich auch das gastronomische Angebot, das in den letzten Jahren nur in der Sommersaison aktiv war. Informiere Dich gerne über die aktuellen Öffnungszeiten.

UMWELTBILDUNG
Auch die Umweltbildung wird von der Sanierung der Gebäude profitieren, denn das aktuell genutzte Grüne Klassenzimmer kann den Raumbedarf kaum decken. Mit dem Zugang zu den Gebäuden wird das Angebot erweitert und wetterunabhängiger. Im Rahmen des städtischen Bildungsprogramms „Entdecken, Forschen und Lernen im GrünGürtel“ kommen Kindergarten- und Schulkinder an den Alten Flugplatz, um sich mit Themen wie Wind, Wasser und Wildnis auseinanderzusetzen. An Wochenenden und Feiertagen stehen Dir die NaturLots:innen (NaLos) zur Seite. Viele weitere Organisationen beleben diesen besonderen Lernort.

ENTWICKLUNG DER AUSSENBEREICHE

Der Alte Flugplatz im Frankfurter GrünGürtel erfüllt wichtige Funktionen: Naherholung, Umweltbildung und Naturschutz. Um diese langfristig zu sichern, setzt die Stadt Frankfurt in Abstimmung mit den Ortsbeiräten Bonames und Kalbach gezielte Maßnahmen um – koordiniert vom Umweltamt in Zusammenarbeit mit weiteren Ämtern wie dem Amt für Bau und Immobilien und dem Grünflächenamt.

NEUER LOOK & NATURSCHUTZ

Der Alte Flugplatz erhält einen frischen Look – mit gelben Infotafeln und Symbolen der Landebahn. Die Vorplätze werden barrierefrei gemacht, neue Sitzplätze entstehen. Bäume bekommen mehr Raum durch größere Baumscheiben, der Boden wird dabei schonend bearbeitet. Da es sich um ein ehemaliges Militärgelände handelt, werden Asphalt und Boden auf Schadstoffe geprüft und fachgerecht behandelt. Erste Erfolge sind sichtbar: Die Traubenkirsche vor dem Feuerwehrmuseum gedeiht bereits besser – weitere Bäume folgen. Auch das beschädigte Sitzband an der Liegewiese wird ersetzt: mit einem stabilen Gitter und gemütlichen Auflagen – natürlich wurzelschonend.

BESUCHERLENKUNG

Westlich der Gebäude entsteht seit 2003 eine echte Stadtwildnis – mit kleinem Wäldchen, über 100 Vogelarten und 10 Amphibienarten. Dicke Taue zeigen Dir, wo Natur ungestört bleiben soll: „Betreten nur für Frösche“. Neugierig? Die NaturLots:innen bieten sonntags Führungen an.

UMGANG MIT STARKREGEN

Im Frühjahr 2024 standen die Wiesen tagelang unter Wasser, sogar das Feuerwehrmuseum war betroffen. Damit so etwas nicht wieder passiert, planen wir langfristige Maßnahmen – mit Fokus auf einen naturnahen und nachhaltigen Umgang mit Regenwasser.