Schlosspark Rumpenheim, Offenbach

Schlosspark Rumpenheim, Offenbach

Es hätte nicht viel gefehlt, und um 1970 wären Schloss und Park einer Hochhausbebauung zum Opfer gefallen. Eine Bürgerinitiative verhinderte das. Seither entstanden unter dem Dach des seinerzeit maßgeblich von den Hessen-Kasseler Landgrafen gestalteten Schlosses private Eigentumswohnungen. Zuletzt rückte der Schlosspark ins öffentliche Interesse: unter anderem mit Unterstützung der Regionalpark Gesellschaft soll er bis 2022 mächtig aufgehübscht werden.

Das Rumpenheimer Schloss entwickelte sich zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert zu der heutigen repräsentativen Flügelanlage. In zeitgleichen Schüben entstanden Garten und Park, die mit Blickachsen in die Mainlandschaft ausgreifen. Vorherrschend ist der Eindruck eines klassischen Landschaftsgartens nach englischem Vorbild, der das Gelände sanft modelliert. Von den zahlreichen Parkarchitekturen sind der schiefergedeckte Rundtempel und ein türkischer Kiosk am besten erhalten. Der steht auf einer Anhöhe und zieht mit seiner filigranen Architektur die Blicke auf sich. Die Jahrhunderte alten Bäume und Gehölze erinnern an die Liebe der einstigen Schlossherren zur Gartenkunst.

Als Vorläufer des Schlosses entstand ab 1678 ein Herrenhaus unter Regie eines Lehensmannes der Hanauer Grafen. Nach dem Aussterben der Linie fiel der Besitz an die Landgrafen von Hessen-Kassel. Prinz Karl begann 1771 den Bau zu erweitern. Entscheidend aber waren die Umbauten seines Bruders Friedrich von Hessen-Kassel (1747 – 1837), der es bis 1788 in die noch heute bestehende dreiflügelige Anlage verwandelte. Im 19. Jahrhundert gaben sich zahlreiche gekrönte Häupter wie der österreichische Kaiser oder der russische Zar am Rumpenheimer Mainufer ein Stelldichein.

Das 20. Jahrhundert und der Zweite Weltkrieg bescherten Jahre des Verfalls, vor allem mit Beschädigungen am Mittelbau. 1973 war bereits ein Architektenwettbewerb ausgelobt mit dem Ziel, dort eine Hochhauszeile hin zu setzen. Doch die Pläne scheiterten, und in den 80er Jahren begannen erste Sanierungsarbeiten.

Ab dem Jahr 2000 öffnete sich der Park für Veranstaltungen. Mittelaltermarkt und Konzerte zogen viele Besucher an. Ein wenige Jahre zuvor verabschiedeter Pflegeplan sieht gartenarchitektonische Eingriffe vor, um beispielsweise neue Blickachsen zu schaffen. Bereits umgesetzt wurden zwei Vorhaben an der Ostseite: Nachdem die Regionalpark-Rundroute zunehmend Publikum zu diesem Rumpenheimer Kleinod lockte, entschied sich die Stadt, einen attraktiven Zugang speziell für diese Durchreisenden zu schaffen.

Seit 2010 ist der östliche Eingang mit zwei Sandsteinsäulen markant gefasst und mit einer vorgelagerten Pflasterung kenntlich gemacht. Wenige Meter nördlich ist der neue Regionalpark Aussichtspunkt „Mainblick“ entstanden. Nach vielen Kilometern durch Feld, Wald und Wiese stößt die Rundroute hier erstmals wieder auf den Fluss. Um diesem erhebenden Moment einen feierlichen Rahmen zu geben, wurde ein 525 Quadratmeter großes Areal mit Sitzplätzen, gepflastertem Platz, Fahrradständern und auffällig gestalteten roten Sandsteinblöcken arrangiert. Weithin sichtbare Landmarke ist eine vier Meter hohe Sandsteinsäule.

Kontakt und Ansprechpartner

Regionalpark RheinMain Südwest gGmbH
c/o Stadt Kelsterbach
Mörfelder Straße 33
65451 Kelsterbach
Tel:  06107- 773226
Fax: 06107- 773400

Teil der Route:

Routennetz Südwest

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