Rundum Frankfurt: Entlang am Taunushang

Rundum Frankfurt: Entlang am Taunushang

Zurück auf der Rundroute verläuft der Weg durch große Felder bis zum Lernbauernhof Rhein-Main. Hier kann man Tiere beobachten und für Kinder gibt es eine überdimensionale Hamsterburg zu erkunden. Wir kreuzen Bad Homburg-Gonzenheim und kommen schließlich auf den Taunengraben, eine aufgewertete Wegeverbindung in Richtung Taunuskamm, vorbei an der Regionalpark Hofstation Lindenhof. Kurze Zeit später geht es über die A 661 und durch die Oberurseler Feldflur zum Kalbach. Hier verabschiedet sich der Hölderlinpfad in Richtung Frankfurt.

 

Als nächstes gerät die Agrar-Kultur-Achse ins Blickfeld. Sie ist je nach Jahreszeit ein vielfältiger und farbiger Ort in der großflächigen, durch moderne Landwirtschaft geprägten Landschaft. Auf Initiative Oberurseler Landwirte begleitet ein Feldstreifen mit historischen Kulturpflanzen wie Dinkel, Emmer oder Phacelia den schnurgeraden Betonweg. Sommerliche Farb- und Blühaspekte der Kulturpflanzen werden durch auffällig farbige Rohrskulpuren ergänzt. Im Sommer verschwinden die Rohre im Maislabyrinth. Die Rohrskulpturen bieten versteckte Drehscheiben, Spiele, Guckröhren und Vitrinen mit allerlei Informationen zur Landwirtschaft.

Entlang der Frankfurter Landstraße geht es bergab bis zur L 3019 „Am Weißkirchener Berg“. An der Ampelanlage bietet sich eine Abkürzung rechts über die Frankfurter Landstraße und geradeaus in die Urselbachstraße an. Wem das nicht zusagt, der fährt geradeaus weiter bis zur Krebsmühle, quert dort die Landstraße und dann über den Krebsmühlenweg wieder zurück zur Urselbachstraße.

Über den Breiten Weg geht es weiter und dann über die S-Bahn an den südlichen Ortsrand von Steinbach und hinunter zum gleichnamigen Bach mit dem Äppelwoibrückchen. Aus Frankfurt kommend haben bereits Anfang des 20. Jahrhunderts die Ausflügler die Überquerung des Steinbaches trockenen Fußes über einen Steg gesucht, um in Steinbach den Äppelwoi zu genießen. Zugleich markiert der Standort der Brücke historische Gemarkungsgrenzen. Prägend für die wechselvolle Geschichte Steinbachs war vor allem die Zeit als hessische Enklave im preußischen Staatsgebiet. Die historischen Grenzsteine Steinbachs wurden gesammelt und mit ihnen ein attraktiver Platz zum Verweilen gestaltet.

Nun durch die Feldflur bis zur L 3006 und parallel dazu bis zum nächsten Abzweig nach rechts in die Hunsrückstraße in Eschborn. Jetzt durch den Ortskern und in die Bahnhofstraße, die Gleise der S-Bahn queren und in die Sulzbacher Straße. Schwungvoll und kurvig über die Brücke der Umgehungsstraße L 3005, und alsbald ist das Arboretum erreicht. Hier findet man auf einer Fläche von rund 76 ha über 600 Baum- und Straucharten aus der gesamten nördlichen Hemisphäre. Sie sind, entsprechend ihren natürlichen Waldgesellschaften, gemeinsam angepflanzt und repräsentieren in 37 Waldbildern eine bestimmte Region mit ihren charakteristischen Baum- und Straucharten. So kann man einen Ausflug von Mitteleuropa über Kleinasien und den Himalaya nach China und Japan bis nach Nordamerika unternehmen.

Am Schwalbach kreuzt die Rundroute die Safariroute Nidda-Opelzoo. Auf dieser Route finden sich amüsante Attraktionen, originelle Tier-Wohnstätten und ungewöhnliche Schilder mit Tieren, die im Opelzoo wohnen und eine Landpartie unternehmen.

Mit dem Sulzbach ist bereits der nächste Taunusbach und die gleichnamige Gemeinde erreicht. Durch den Ortskern geht es über die Bahngleise und ein kleines Stück zum nördlichen Ortsrand. Am Oberliederbacher Weg nach links und geradeaus über die L 3266 „Königsteiner Straße“ in die Mainzer Straße. Gleich rechter Hand liegt der Naturland-Betrieb Hof Schaar.

Weiter Richtung Liederbach wird die B 8 unterquert und – wieder Obacht geben – kurz nach links und gleich wieder rechts in Richtung Ortslage fahren. Den Liederbach überqueren und in die Straße An den Hofgärten. Sehenswert ist der kleine Park aus den Jahren 1860 bis 1870, der noch heute durch seine fein geschwungenen Bodenmodellierungen die Hand seines Schöpfers Heinrich Siesmayer verrät.

Über die L 3016 „Höchster Straße“ und die Bahngleise geht es in die Feldflur. Bergauf und bergab im Zick und im Zack werden die intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen durchfahren.

Am Umspannwerk ist bereits Kriftel – Obstgarten im Vordertaunus – erreicht. Ihren Beinamen verdankt die Gemeinde dem Umstand, dass fast die gesamte Feldflur für den Obstanbau genutzt wird. Heute ist das überwiegend der Erdbeer- und Apfelanbau. Zu Saisonzeiten gibt es überall Verkaufsstände der Bauern mit ihren Ernteprodukten.

Mit Schwung geht es über die Brücke der L 3018 „Elisabethenstraße“, am Ortsrand entlang die Frankfurter Straße überquerend zum Ziegeleipark. Er ist auf einer verfüllten Tongrube entstanden, die das Material für die benachbarte Ziegelei lieferte. Die Gabionenwand, die Mauern, die eingesunkenen, überdimensional großen Ziegel sind die wesentlichen Gestaltungselemente. Die Trasse der ehemaligen Lorenbahn bildet heute eine Blickachse in Richtung Frankfurt. Vom Pavillon aus hat man einen wunderbaren Blick auf den vorderen Taunus.

Weiter geht es entlang der A 66 und über die Gleise der S-Bahn bis zum Schwarzbach, unter der Autobahn durch und in Hattersheim immer weiter am Bach entlang bis zum Rosarium. Auf 10.000 qm befinden sich mehr als 6.500 Pflanzen in über 130 verschiedenen Sorten – im Mittelpunkt die 6,50 m hohe Holzpyramide, die von Kletterrosen überrankt wird. Das Rosarium ist ein Ort der Erinnerung an die Tradition des Rosenanbaus in Hattersheim. Bis in die 1970er Jahre versorgten die Rosengärtnereien das Rhein-Main-Gebiet und über den Frankfurter Großmarkt ganz Europa mit frischen Schnittrosen.

Durch die Wasserwerksallee, gesäumt von über 100 Jahre alten Linden, führt die Route Richtung Obstbaumrondell und Speierlingsallee. Ein letztes Mal wird heute eine S-Bahn überquert.

Durchs Nussbaumquartier und entlang des Naturschutzgebietes geht es weiter zum Regionalpark-Portal Weilbacher Kiesgruben. Das neue Besucherzentrum hält umfangreiche Informationen für die Entdeckung der Landschaft zwischen den Städten der Region bereit. Die Ausstellung „Landschaft auf den zweiten Blick“, das Gasthaus Zum wilden Esel, eine Spiellandschaft im Freien und der 41 m hohe Aussichtsturm bieten einen erlebnisreichen Aufenthalt.

Ein Katzensprung nur, und das Haus des Dichters erscheint auf der Kuppe. Ohne Außenwände ruht das kreisrunde Dach auf einer kreuzförmigen Wand, auf deren Oberflächen mit Büchern gefüllte Regale dargestellt sind. Auf Metallplatten sind einige Gedichte zu lesen. Die Gestaltung nimmt Bezug auf lyrische Dichtkunst aber besonders auf Goethes Rheinreise und dem bekannten Gedicht vom „Gingko biloba“. Es befasst sich mit der besonderen Form des Gingko-Blattes und der daraus resultierenden Symbolkraft. In Anlehnung dazu wurde der Gingko um das Haus zu einem Hain gepflanzt.

Südlich von Weilbach führt der Weg weiter zur Aussichtsbastion. Dabei werden die L 3366 „Raunheimer Straße“ und die B 519 „Rüsselsheimer Straße“ gekreuzt.

Hier erlebt man hautnah die charmanten und kantigen Gegensätze, die Rhein-Main so stark prägen: die „Lebensadern“ der Region, Schiene, Straße und Luftverkehr, daneben Wiesen, Felder und Ortschaften. Im Hintergrund die Mittelgebirge Taunus und Odenwald.

Die 193 Kilometer Rundroute sind nun komplett und wir sind wieder in Bad Weilbach angekommen. Von hier geht es zurück zum Bahnhof in Flörsheim und die Rückreise ist per S-Bahn möglich.

 

Etappe 4

Bahnhof Seulberg
Bahnhof Flörsheim
Mittel
5-6 h
49,2 KM
188 Meter
ÖPNV:
Bahnhof Seulberg
Bahnhof Flörsheim

Alle Tagesetappen

Erlebnispunkte an der Etappe