Rundum Frankfurt: Von Flusslandschaften in die Kornkammer

Rundum Frankfurt: Von Flusslandschaften in die Kornkammer

Der Startpunkt liegt direkt am Main (Sachsenhäuser Ufer) zwischen Alter Brücke und Ignatz-Bubis-Brücke. Anreisen kann man zum Beispiel über den Lokalbahnhof oder Bahnhof Frankfurt-Süd. Bis zum Beginn der Regionalpark-Rundroute in Rumpenheim verläuft die Strecke entlang des MainRadweges, der auf etwa 550 Kilometern von den Quellen des Mains bis zur Mündung in den Rhein verläuft.

Gemächlich geht es flussaufwärts nach Osten in Richtung Offenbach. Linker Hand, direkt vor der Eisenbahnbrücke auf der gegenüberliegenden Flussseite, steht die neue Europäische Zentralbank auf dem Gelände der ehemaligen Großmarkthalle. Bevor die Ausflugsgaststätte Gerbermühle erreicht ist, lädt das Ich-Denkmal von Hans Traxler zu einem ersten Fotoshooting.

An der Staustufe Offenbach ist schon die Stadtgrenze errreicht. Der Radweg unterquert die Kaiserleibrücke und verläuft neben dem ehemaligen Hafengelände in Richtung Carl-Ulrich-Brücke. Bis 2020 entsteht hier das neue Hafenviertel mit Wohnen, Arbeiten und Entspannen. Weiter geht es hinunter zum Offenbacher Mainuferpark vorbei am Waggon am Kulturgleis, wo am Wochenende wechselnde Veranstaltungen stattfinden. Hier im Fechenheimer und Bürgel-Rumpenheimer Mainbogen befinden sich drei von insgesamt sechs Stationen der Klimaroute am Main. Mit weißen Flaggen sind die Standorte markiert.

Am Ende des Mainbogens in Rumpenheim liegt das gleichnamige Schloss, das sich zwischen dem 17. und dem 18. Jahrhundert zu der heutigen repräsentativen Flügelanlage entwickelt hat. Der zeitgleich entstandene Park erweckt den Eindruck eines klassischen englischen Landschaftsgartens, der das Gelände sanft modelliert. Parkarchitekturen und die jahrhundertealten Bäume erinnern an die Liebe der einstigen Schlossherren zur Gartenkunst.

Jetzt ist die Regionalpark-Rundroute erreicht.

Weiter geht es nach Mühlheim an den Mainstrand Rodaumündung. Hier wurde der gesamte Bereich naturnah umgestaltet – ein attraktives Wassererlebnis. Die Öffnung und Zugänglichkeit zum Main steht am Anfang einer wegweisenden Entwicklung im Umgang mit unseren Flüssen.

Jetzt geht es zum Fähranleger nach Mühlheim, um nach Dörnigheim überzusetzen. An sich ist die Fähre im Sommerhalbjahr täglich in Betrieb; erfahrungsgemäß lohnt sich aber vorab eine telefonische Anfrage bei der Fährgesellschaft (06181/9451632), denn für den Fall des Falles bieten sich zwei Möglichkeiten: 1. zurück zur täglich fahrenden Fähre in Rumpenheim direkt am Schloss oder 2. weiter zur Staustufe Mühlheim und dort über eine beschwerliche Treppenanlage.

Mit der direkt am Main gelegenen, Anfang des 18. Jahrhunderts erbauten barocken Schlossanlage Philippsruhe zeigt sich Hanau von seiner herrschaftlichen Seite. Der Schlosspark wurde Mitte des 19. Jahrhunderts entsprechend des Zeitgeschmacks in einen englischen Landschaftsgarten umgestaltet. Dennoch blieben barocke Gartenelemente erhalten. Eine große Fontäne mit Weiher stellt den optischen Mittelpunkt des Parks dar. Von hier aus betonen Sichtachsen durch den historischen Baumbestand die Gartenfassade des Schlosses.

Weiter geht es nach Norden über die Burgallee zum Staatspark Wilhelmsbad. Er entstand zwischen 1777 und 1785 als vornehmes Kurbad für die höfische Gesellschaft und das aufstrebende Bürgertum. Eingebettet in einen Landschaftspark nach englischem Vorbild ist die Kur- und Badeanlage mit ihren locker an einer Allee aufgereihten Pavillonbauten vollständig erhalten. So sind Zeitgeist und Charme der unter Erbprinz Wilhelm von Hessen-Kassel geschaffenen ehemaligen Kuranlage sowohl in den Gebäuden als auch im Außenbereich bis heute erlebbar. Es werden zahlreiche Führungen durch den Park und die Burgruine sowie in das Comoedienhaus und das Puppenmuseum angeboten.

Informationen unter:

www.schloesser-hessen.de/55.html
www.hessisches-puppenmuseum.de

Durch das Waldportal gegenüber dem nordwestlichen Ausgang des Parks an der Kesselstädter Straße führt die Strecke durch den Wald, quert die A 66 und verläuft weiter über den Simmetsweg, einer alten Römerstraße, bis nach Wachenbuchen. Von nun an geht es bergauf – über die Kilianstädter Straße bis zum höchsten Punkt zur querenden Regionalpark-Route „Hohe Straße“. Die Rundroute folgt ihr über einen kurzen Abschnitt nach Westen.

Der Platz unter der mächtigen Eiche, dem Lausbaum, markiert nach historischen Vorgaben den letzten Rastplatz, auf dem die Reisenden in früheren Zeiten auf ihrem Weg von Leipzig nach Frankfurt angehalten haben. Die ausgeschilderte Route der Hohen Straße führt nach Westen zum Entrée Hohe Straße in Frankfurt – Bergen mit Anschluss an den GrünGürtel-Rundweg und nach Osten über Hammersbach bis nach Büdingen in der Wetterau.

Ein kleines Stück gemeinsamen Weges noch und schon geht es wieder bergab über den Weinbergsgrundweg ins Niddertal nach Niederdorfelden. Über die Gronauer und Neue Straße führt die Strecke nach Bad Vilbel – Gronau. Dabei wird die Bundesstraße 521 überquert. In Gronau scheiden sich nun die Geister – nein, der Besucher entscheidet, welche Route er weiterfährt. Hierzu einen Vorschlag: werktags empfiehlt es sich, die längere Strecke über den Dottenfelderhof zu nehmen und sonntags …? …da bietet sich die kleine Abkürzung über die gerade neu errichtete Niddabrücke an.

Jetzt ist die Regionalpark-Niddaroute erreicht. Sie begleitet den gleichnamigen Fluss auf etwa 90 km von ihrer Quelle im Vogelsberg bis zur Mündung in den Main bei Frankfurt-Höchst. Gemeinsam geht es entlang des Flusses gen Norden in Richtung Karben. www.niddaroute.de

Weithin sichtbare „Rohrkolben“ am Aussichtspunkt „Gronauer Hof“ lassen den Platz schon aus der Ferne erahnen. Einen schönen Blick auf die Flussaue hat man vom begehbaren Vogelnest aus.

In Okarben wird die Niddaroute wieder verlassen. Nachdem die S-Bahn überquert und die B 3 gekreuzt ist, wird Petterweil angesteuert und ein Einkehrschwung möglich.

Weiter auf der Route nach Westen kommt richtiges Wetterau-Feeling auf – Felder, soweit das Auge reicht -, und im Hintergrund zeigen sich schon die Höhen des Taunus.

Kurz nach dem Wasserbehälter Obacht geben, um nicht den Abzweig nach Süden zu verpassen. Gerade in landwirtschaftlichen Flächen kann es passieren, dass die Wegweiser, wie in einem Bermudadreieck verloren gehen. Wenn Sie am Reinhardtshof vorbeikommen, dann sind Sie auf dem richtigen Pfad!

Bald geht`s bergab in das Auwäldchen und über den Erlenbach, im Zickzack-Modus durch die Felder und schnurstracks die Autobahnbrücke angesteuert. (Die A 5 ist die bedeutende Nord-Süd-Traverse durch das Rhein-Main-Gebiet.)

Jetzt ist das Sonnendeck am Rehlingsbach erreicht.

Es liegt an einem mit Schilf bestandenen Filterbecken, das zur Regenrückhaltung und zur Verbesserung der Wasserqualität des Rehlings– und des Erlenbaches dient. Hier wurde ein Ingenieurbauwerk behutsam in die Landschaft eingefügt und mit einem Rast- und Aussichtspunkt kombiniert.

Weiter bis zur K 766; dort wird jetzt die Regionalpark-Rundroute verlassen, um den Bahnhof Seulberg, das Etappenziel anzusteuern.

Etappe 3

Bahnhof Frankfurt-Süd
Bahnhof Seulberg
Schwer
5-6 h
52,2 KM
205 Meter
ÖPNV:
Bahnhof Frankfurt-Süd
Bahnhof Seulberg