Rundum Frankfurt: Mainterrassen und Hessisches Ried

Rundum Frankfurt: Mainterrassen und Hessisches Ried

Wir starten die erste Etappe am Bahnhof in Flörsheim. Zunächst geht es aus dem Ort heraus auf die Regionalpark Rundroute bei Bad Weilbach, einem kleinen Ortsteil mit einer alten Kuranlage. Es geht vorbei an einem kleinen Tiergehege. Die folgenden fünf Steinskulpturen am Panoramaweg wurden während eines internationalen Bildhauersymposiums an Ort und Stelle erschaffen.

Nach Querung der L 3017 „Wickerer Straße“ ist der erste Weinberg erreicht. Durch den Weinlaubengang geht’s weiter zur Flörsheimer Warte. Sie ist eine zeitgemäße Rekonstruktion eines von vier Wachtürmen entlang der Kasteler Landwehr zum Schutz des kurmainzischen Territoriums.

Mit einem „Grüezi mitenand“ geht es weiter in die schöne und hügelige „Flörsheimer Schweiz“.

Bei der St.-Anna-Kapelle rückt linker Hand der stählerne Eisenbaum ins Blickfeld. Er steht als Mahnmal für die Frage: „Was ist noch natürlich und was ist schon künstlich?“ in Zeiten der fortschreitenden gentechnischen Veränderungen.

An der Wiesenmühle vorbei, über den Wickerbach hinweg, den Landwehrweg entlang geht es in Richtung Deponie. Dabei wird die Frankfurter Straße gekreuzt und die B 40 überquert. An der spektakulären Kletterwand am Kraftwerk kann man sein ganzes Können vorführen, vorausgesetzt, man hat seine eigene Ausrüstung im Gepäck.

Vorbei am Kunstwerk Nahtstelle Müll / Fenster zur Deponie geht es bis zur K 782 „Massenheimer Landstraße“. Hier nach links und die Straße queren in die Lindenallee bis zum Spielpark Hochheim. Nach der Querung der Nordenstädter Straße liegt rechts die Aussichtskanzel Vogelnest. Mit exzentrisch gelagerten Nestringen und den großen, unregelmäßig geneigten Stützen erinnert die Kanzel an ein Vogelnest, das in den Astgabeln eines Baumes ruht. In der umliegenden flachen Landschaft ist das Vogelnest eine weithin sichtbare Landmarke. Durch die Anordnung der Holzringe entstehen Sehschlitze, die einen weiten Ausblick erlauben; dabei sind die Besucher hinter den Nestringen verborgen und stören nicht die Fauna des Naturschutzgebietes.

Wieder auf der Regionalpark-Rundroute angelangt, geht es nach links in die Elisabethenstraße und über die Autobahnbrücke der A 671. Am Fähncheskreuz links abbiegen in den Steigweg. Weiter bis zur B 40 „Hochheimer Straße“ und rechts abbiegen über die Gleise und gleich links in den Steinern-Kreuz-Weg. Diesem bis zum Ende folgen und die Brücke über die Gleise nehmen – Achtung! – bitte absteigen und schieben! Rechts in die Hauptstraße und über die Mathildenstraße und Burgstraße in Richtung Mainbrücke – hier bietet sich ein Abstecher zum Aussichtsturm an.

Über die Mainbrücke und weiter die Darmstädter Landstraße bis zum Kreisel und nach rechts in die L 3040 „Erzberger Straße“ fahren. Hier nach rechts abbiegen auf die Mainspitze.

Der Burgpark erinnert an die ehemalige „Gustavsburg“ des schwedischen Königs Gustav Adolf. Die Festung wurde um 1632, während des dreißigjährigen Krieges, im Vorfeld der von den Schweden besetzten Stadt Mainz errichtet. Gabionen – Natursteinmauern aus Drahtschotterkörben – zeichnen heute den sternenförmigen Verlauf der bollwerkartigen Festungsmauern nach.

Land‘s end am Zusammenfluss von Rhein und Main. An diesem imposanten Ort erlebt man eindrucksvoll die beiden mächtigen Flüsse, die die Region prägen und deren Namensgeber sie sind. Die Mainspitze ist ein weitläufiges Landschaftsschutzgebiet, das, im Gegensatz zu den überwiegend befestigten Flussufern, nicht eingedeicht ist. Die dynamischen Veränderungen der Landschaft durch wechselnde Wasserstände können hier unmittelbar erlebt werden. Direkt an der Spitze lädt ein kleiner Platz mit Sitzstufen und „Main-Waves“ – blauen Sitzwellen – zum Verweilen ein, denn hier wird man mit einem beindruckenden Panoramablick auf den Zusammenfluss der beiden Flüsse, die Stadtsilhouette von Mainz und in die Weite des Rheintals belohnt.

Wieder zurück auf die Erzberger Straße, dann rechts in Richtung Bahnhof Gustavsburg und links in die L 3042 „Dr. Hermann-Straße“ bis zum Bahnübergang. Der L 3040 „Ginsheimer Straße“ folgen und rechts in die Straße Im Weiherfeld abbiegen. Am Hochwasserdamm geht es dann nach Süden unter der Autobahnbrücke durch in Richtung Ginsheim. Bei der Bouguenais-Allee die Regionalpark-Rundroute verlassen und nach rechts in die Altrheinauen abbiegen.

Direkt am Rhein liegt die Ginsheimer Schiffsmühle vor Anker. Sie ist die Rekonstruktion einer historischen Rheinschiffsmühle und dient heute als Museum und Veranstaltungsraum.

Weiter geht es nach Süden in Richtung Ginsheimer Kiesbagger. Bei der Fähre Johanna schließt sich eine Exkursion zur Altrheininsel Nonnenau/Langenau an.

Bereits seit den 1950er-Jahren gibt es eine ganzjährige Fährverbindung.

Die Insel lädt zu schönen Spaziergängen und zur Einkehr in das Hofgut Langenau ein. Sonne, Strand und …mehr…da kommt richtiges Urlaubsgefühl auf.

Über den Steindamm im Süden geht es zur Veloroute Rhein und zurück nach Norden, um bei Bauschheim erneut an die Regionalpark-Rundroute anzuknüpfen.

Südlich von Bauschheim Querung der L 3040 und weiter in Richtung Osten zur K 159 „Königstädter Straße“, dann nach Süden entlang der L 3012 „Rüsselsheimer Straße“ in Richtung Trebur.

Dieser nördliche Ausläufer des Hessischen Rieds ist durchzogen von Gräben und mäandrierenden Hochflutrinnen (Lachen). Man kann sich gut vorstellen, wie sich hier in früheren Zeiten die nördlichen Neckarschlingen mit dem damals noch stark mäandrierenden Rhein verbunden haben. Heute ist die Gegend ein Eldorado des Gemüseanbaus und speziell des Spargels und beliefert die gesamte Region über hofeigene Läden, Wochen- und Großmärkte.

Auch die vielen Störche kommen auf ihre Kosten.

Entlang der L 3040 „Nauheimer Straße“ geht es bis zur L 3482 „Darmstädter Landstraße“. Diese queren und weiter in die Bahnhofstraße. Nach der Bahnunterführung gleich rechts in die Straße Im Rod. Weiter geht es in Richtung Hegbachsee (Achtung: nicht baden) bis zum Brunnenplatz Sauunter im Blech. Waschtag hier am granitenen Waschbrett ist heute an heißen Tagen ein Riesenspaß, früher war es harte Arbeit. Mit dem Waschbleuel – dem heutigen Nauheimer Wappen – wurde die Wäsche weich geklopft und anschließend zum Bleichen in die Sonne gelegt.

Die Holzschweine verweisen auf den Gewannnamen „Sauunter“, der wörtlich zu nehmen ist. Hier verbrachten die Schweine die Nacht, während sie tagsüber auf Waldweiden getrieben wurden.

In Nauheim haben sich nach dem Krieg viele Musikinstrumentenbauer aus dem Sudetenland angesiedelt und die bekannte Nauheimer Musikindustrie begründet. Diese Tradition steht Pate für den benachbarten Klangweg.

Nach der Brücke über die Autobahn A 67 sind die großen, zusammenhängenden Waldflächen im Süden der Region erreicht. Im Schatten der Bäume geht es über die Blechschneise nach Osten und dann nach Norden über den Mönchbruchpfad bis zur ehemaligen Mönchbruchmühle – hier die B 486 „Rüsselsheimer Straße“ überqueren.

Durch die Mönchbruchwiesen geht es weiter nach Norden, vorbei an einem Aussichtsturm, in den Wald. An der Kohlbruchschneise nach rechts abbiegen und über einem von knorrigen Bäumen gerahmten Dammweg die Bruchwiesen erneut durchqueren. Am Gundweg links abbiegen und diesem bis kurz vor Walldorf folgen.

Beeindruckend ist nicht nur die Schönheit der Landschaft, sondern auch der harte Kontrast: In Dreierreihen ziehen die Starkstromleitungen mitten durch die Wiesen, garniert von den mit vollem Karacho startenden Flugzeugen. Besonders stimmungsvoll ist es in den Dämmerungszeiten am Abend oder in den frühen Morgenstunden. Zum Etappenziel, dem Walldorfer S-Bahnhof ist es nun nicht mehr weit. Als Einkehrschwung bietet sich der Gundhof, direkt im Norden von Walldorf am Gundbach gelegen an.

Etappe 1

Bahnhof Flörsheim
Bahnhof Walldorf
Mittel
5-6 h
50,7 KM
91 Meter
ÖPNV:
Bahnhof Flörsheim
Bahnhof Walldorf