Goetheturm und Goetheruh, Frankfurt

Goetheturm und Goetheruh, Frankfurt

Leider hat ein Brandstifter den Goetheturm im Oktober 2017 niedergebrannt. Ein Neubau ist geplant aber noch nicht realisiert.

Im Zusammenhang mit Goethe und Ruhm von „vergänglich“ zu sprechen, ist ungewöhnlich. Auf den Goetheturm trifft es zu: Bis zur Jahrtausendwende galt der Riese im Stadtwald als höchstes begehbares Holzbauwerk Deutschlands. Aber auch ohne dies bleibt die Aussichtsplattform in 40 Metern Höhe immer einen Besuch wert. Wer es flacher und ruhiger mag – geht nebenan zur elegisch im Wald drapierten Goethesäule!

43 Meter misst der 1931 aus mächtigen Holzbalken gezimmerte Goetheturm. Seinen Rang als höchster öffentlich zugänglicher Holzbau lief ihm erst 1999 der „Jahrtausendturm“ bei Magdeburg ab. Ob man aber dieses 60 Meter hohe, geschlossene kegelförmige Gebäude mit dem lichten Turmkonstrukt an der Sachsenhäuser Stadtwaldgrenze vergleichen kann? Das sei mal dahin gestellt. Einen Vorteil zumindest haben die Magdeburger: Der witterungsanfällige Goetheturm muss periodisch geschlossen und aufwändig saniert werden. Und so kommen erst seit dem Frühjahr 2014, nach vier Jahren Pause, die Besucher wieder auf den 196 Stufen ins Schnaufen.

Belohnung ist ein grandioser Rundblick: Im Norden gleitet der Blick über die Frankfurter Skyline mit dem markanten neuen EZB-Tower. Dahinter erheben sich die Taunusgipfel, dominiert vom Feldberg mit dem markanten Turmensemble. Im Uhrzeigersinn schließt sich – bei klarer Sicht – der eher flache Schild des Vogelsberg an, im Osten dann der Spessart und im Süden der Odenwald. Wobei in dieser Richtung am ehesten die belaubten Wipfel der natürlichen Holzriesen im Stadtwald die Sicht versperren. Andere markante Punkte sind die dampfenden Kühltürme des Kraftwerks Staudinger bei Großkrotzenburg, das Kickers Offenbach-Stadion auf dem Bieberer Berg oder die Frankfurter Fußballarena, die unter alten Eintracht-Fans weiterhin Waldstadion heißt.

Eines sei Besuchern aber mit auf den Weg gegeben: Wer nicht schwindelfrei ist, wird ob der offenen Bauweise Probleme haben, wiewohl der Turm seit der jüngsten Sanierung stärker mit Netzen versehen wurde.

Für alle mit Höhenangst ist dagegen die Goetheruh der perfekte Tipp. Das Areal direkt am Waldrand an der alten Landwehr wird in Gedichten als Lieblingsplatz Goethes beschrieben. „Goethes Ruh“ hat den schottischen Landschaftskünstler Ian Hamilton Finlay inspiriert, eine Säule zu gestalten. Auf einer kleinen Kuppe liegend, eröffnet sich auch von dort ein netter Blick auf Frankfurt. Sitzend auf der Sandsteinsäule kann man dann über die eingemeißelte, leicht veränderte Textzeile „Arkadien, ein Königreich in Spartas Nachbarschaft“ sinnieren.

Der Schotte Finlay gilt als internationaler Meister der Gartenkunst. Bei seinem Frankfurter Projekt spielt er bezugsreich mit verschiedenen Aspekten. Die Goetheruh galt Ende des 19. Jahrhunderts als Wallfahrtsort, an dem vor allem Bewunderer aus der Region dem Genie huldigten. Eine Säule lässt unmittelbar an Tempel denken, an Orte, errichtet zu Ehren der Götter. Eine umgestürzte Säule … Typisch für die Werke des schottischen Künstlers ist, dass sie mit sehr dezenten Mitteln ihre Wirkung erzielen.

In unmittelbarer Nähe der beiden dem Dichterfürsten gewidmeten Ausflugsziele befindet sich ein weiteres: Der bei Kindern höchst beliebte Waldspielpark Goetheturm samt einem Café. Die Zeit ist dort nicht stehen geblieben seit der Eröffnung des öffentlichen Spielgeländes in den 1960er Jahren: Zu Riesenrutsche, Planschbecken und vielen Spielgeräten ist unter anderem ein Irrgarten hinzu gekommen, in dem sich das legendäre GrünGürteltier versteckt hält.

Kontakt und Ansprechpartner

Stadt Frankfurt
Umweltamt
Galvanistraße 28
60486 Frankfurt am Main

Telefon: +49 (0)69 212 39100
umwelttelefon@stadt-frankfurt.de
www.grüngürtel.de

Teil der Route:

GrünGürtel Radrundweg

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