Ein Landschaftsmosaik von alten und neuen Kulturen

Ein Landschaftsmosaik von alten und neuen Kulturen

Nun steht der Wagen wieder im „Seichböhl“ im Hessischen Ried bei Nauheim. Nach einer früh morgendlichen Radtour, bei der radfahrende Frühaufsteher die Wanderschaft des roten Bienenwagens von der Mainspitze begleitet haben, befindet sich der Wagen nun wieder im Spargel- und Gemüseanbaugebiet im Hessischen Ried. Der Standort, der westlich von Nauheim und der Mainzer Landstraße (L3482) am Waldrand bei den Regionalpark Sitzkieseln liegt, befindet sich in einem Landschafts- und Vogelschutzgebiet und einem ausgewiesenen Natura 2000-Areal.

DER »SEICHBÖHL« IST EINE TYPISCHE VOM MENSCHEN GEPRÄGTE ALTE KULTURLANDSCHAFT

Hier wurden schon vor hundert Jahren Obstbäume angepflanzt, meist auf sehr kleinen und schmalen Parzellen. Dazwischen finden sich heute relativ kleine Felder für Spargel und Gemüseanbau und einige Getreidefelder. Mit dem angrenzenden Wald entsteht ein buntes Mosaik unterschiedlichster Strukturen, die beste Voraussetzung für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt.

Diesmal bietet die Landschaft einen Frühjahrsaspekt und somit ein anderes Nektarangebot als im Spätsommer. Es ist Spargelzeit: Der Spargel wird von Saisonarbeitern gestochen, die Erdbeeren sind noch unter Folie und das Gemüse beginnt gerade zu wachsen. Die Wanderbienen fliegen nun die letzten Apfelblüten der Streuobstwiesen und die beginnende Blüte der Wiesenkräuter an.

ARTENVIELFALT DANK PFLANZLICHER EINWANDERER

Auch im direkt angrenzenden Waldgebiet beginnt ab Mitte Mai ein nektarreicher Baum zu blühen: Hier hat die Robinie (Scheinakazie) als „Einwanderer“ Fuß gefaßt und sich mit einem größeren Bestand ausgebreitet. Naturschützer lehnen die Robinie als „nicht heimisches Gehölz“ in der freien Landschaft ab, dennoch sind Robinien eine bedeutsame Nektarpflanze für unsere Bienenwelt.

Etliche Einwanderer (Neophyten) werden bereits als heimische Vegetation wahrgenommen, wie z.B. die Goldrute, die auf Schuttstandorten und an Wegrändern wächst und ebenfalls eine wichtige Bienenpflanze ist. Dann gibt es wiederum sehr problematische Neophyten wie z.B. das Indische Springkraut oder der Japanische Staudenknöterich, die die heimische Krautvegetation an feuchten Wegrändern und Uferstandorten verdrängen.

Unseren Bienen ist das egal – sie haben durch etliche Neueinwanderer wieder ein größeres Nektarangebot bekommen, das manche „Durststrecke“ ausgleicht, die durch den Verlust von artenreichen Pflanzengesellschaften in Gebieten intensiver Landwirtschaft entstanden ist.

Der Standort in Nauheim bietet durch seine Artenvielfalt mit Streuobstwiesen, trockenen Wiesen und kleinteiliger Landwirtschaft mit angrenzendem Wald eine hohe Artenvielfalt und beste Bedingungen für unsere Bienen.

Ehemaliger Standort 2017

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