Leitkonzept

Das Regionalpark Leitkonzept [PDF-Datei]

LEITKONZEPT – KONZENTRATION AUF DIE REGIONALPARKFIGUR MIT RUNDROUTE

Die Regionalparkidee wurde vor über 20 Jahren aus dem Bemühen entwickelt, offene Landschaftsräume im stark wachsenden Ballungsraum vor einer weiteren Zersiedlung zu schützen. Inzwischen hat sich das Regionalparkgebiet durch den Beitritt weiterer Kommunen und Landkreise im Verhältnis zum Ausgangsgebiet verdoppelt. Ein flächendeckender Ausbau von Regionalparkrouten und -projekten ist aber weder finanziell noch organisatorisch im gleichen Umfang wie bisher möglich. In verschiedenen Ideen- und Gestaltungswerkstätten wurde zwischen 2010 und 2014 mit internationalen Experten ein Leitkonzept für die zukünftige Entwicklung und strategische Neuausrichtung des Regionalparks erarbeitet. Zwei Aspekte stehen dabei im Fokus. Wodurch kann das bisher Geschaffene besser sichtbar und erlebbar werden und wie sieht eine zukunftsorientierte urbane Landschaftsentwicklung für die Rhein- Main-Region aus. Mit der Konzentration auf die Regionalpark Rundroute und die Routen entlang der großen Flüsse wird diese Neuausrichtung seit 2011 exemplarisch und anschaulich umgesetzt. Das Leitkonzept umfasst drei Ebenen:

1. DIE PLANUNGS- UND GESTALTUNGSEBENE

Die Rundroute braucht gestalterische Qualität. Sie muss sich wahrnehmbar von den anderen Regionalparkrouten und sonstigen Wegen unterscheiden. Dazu braucht sie ein spürbares gestalterisches Alleinstellungsmerkmal und einen möglichst hohen Wiedererkennungswert. Ein durchgängiges Gestaltungs- und Markierungskonzept verdeutlicht den Routenverlauf. Gleichzeitig ist sie ein Ort für innovative oder ungewöhnliche Landschaftsgestaltung und temporäre Projekte.

KILOMETRIERUNG

Der Routenkilometer erzählt die Geschichte der Rundroute. Er markiert die Attraktionen und landschaftlichen Besonderheiten und fügt sie, ähnlich dem Flusskilometer oder Maßstab, zu einer Einheit zusammen. Die Kilometrierung hat ihren Nullpunkt am Zusammenfluss von Rhein und Main an der Mainspitze in Ginsheim-Gustavsburg – an den Flüssen also, die der Region und dem Regionalpark ihren Namen geben. Von hier ausgehend werden 190 Kilometer Rundroute im Uhrzeigersinn gemessen. Zurzeit wird ein erster Routenabschnitt mit dem Kilometrierungsmuster markiert. Durch die intuitive Wegeführung kann die Route zukünftig auf weitere Schilder verzichten. ? SITZKIESEL Mit den Sitzkieseln hat die Rundroute eine unverwechselbare Rastmöglichkeit und ein erstes Erkennungszeichen erhalten. Sie markieren die Route in regelmäßigen Abständen und bieten den Besuchern eine bessere Orientierung. ? TEMPORÄRE UND INNOVATIVE PROJEKTE Entlang der Rundroute sollen temporär oder dauerhaft unterschiedliche Aktivitätsfelder entstehen. Der Begriff „Feld“ ist wegen der vorhandenen Bezüge zur Landwirtschaft, zum Stadtraum und auch zu Sport und Freizeit für die Entwicklung und inhaltliche Füllung der Rundroute, wie auch für die Vermittlung gut geeignet. Aktivitätsfelder können eine Zwischennutzung aufnehmen, z. B. als Grabeland, Picknickwiese, Festwiese oder als Ort für Veranstaltungen von ungewöhnlichen Sportarten wie z. B. Stoppelfeldlauf oder Gummistiefelweitwurf. Mit den Landwirten sind bereits erste „Aktivitätsfelder“ entstanden. Die Rundroute ist aber auch ein Ort für innovative Projekte. An der Nidda findet eine der größten hessischen Flussrenaturierungen statt, bei der auch der Hochwasserschutz ein zentrales Thema ist. In Eschborn wurde ein internationaler Künstlerwettbewerb ausgelobt, um die historische Schlacht zwischen Frankfurter Bürgern und Kronberger Rittern zu thematisieren. Gewonnen hat die Idee der „schiefen Bäume“, die das Ereignis landschaftlich inszeniert.

2. DIE VERMITTLUNGSEBENE

Die Rundroute ist das wichtigste Projekt des Regionalparks. Durch sie soll der Regionalpark wahrnehmbar und begreifbar werden. Sie ist zentrales Instrument der Marketing- und Kommunikationsstrategie. Als Ausgangs- und Bezugspunkt steht die Stadtlandschaft im Mittelpunkt. Ziel ist es, deren positive Qualitäten und eigenständigen Reiz zu verdeutlichen.

REGIONALPARKSOMMER & RUNDROUTENFEST

Seit 2011 findet zusammen mit vielen Partnern unter dem Motto „Entdecke den Regionalpark RheinMain“ ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm im Regionalpark statt: Foto-Safaris, Radtouren und Führungen, Outdoor-Kochkurse und Feste locken zum Ausflug ins Grüne. Höhepunkt ist das Rundroutenfest im September. An zahlreichen Orten entlang der Route gibt es Veranstaltungen und Aktionen. Bauernhöfe und Hofcafès öffnen ihre Türen, kleine Feste laden zum Rasten und Schlemmen ein, außerdem werden zahlreiche geführte Wanderungen und Radtouren angeboten. ? REGIONALPARK PORTALE & GÄSTEFÜHRER Zwei Besucherzentren, in den Weilbacher Kiesgruben in Flörsheim am Kilometer 20,5 und im Wetterpark in Offenbach am Kilometer 113,8, informieren über Attraktionen, Angebote und Erlebnisse im Regionalpark RheinMain. In Weilbach zwischen der A 66 und einer renaturierten Kiesgrube zeigt die Ausstellung „Landschaft auf den zweiten Blick“ die besonderen Reize der urbanen Natur. In Offenbach dreht sich alles um das Thema „Wetter und Klima“. Hier kann man Wetterphänomenen wie dem Regionalklima nachspüren, erfahren wie schwer Luft ist und sogar selbst einen Tornado erzeugen. An beiden Orten geben unsere ausgebildeten Gästeführer Tipps für Touren und Ausflüge, zu den Freizeitkarten und vielem mehr.

3. DIE AKTEURSEBENE

Vor allem die nicht „organisierten“ Bürger sollen nach dem Motto „Mach den Regionalpark zu deinem Projekt“ animiert werden sich aktiv am Regionalpark zu beteiligen. Neben den bisher klassischen Wanderern und Radfahrern sollen neue Zielgruppen wie Familien, Sportinteressierte, junge urbane Szenegänger oder hochqualifizierte Arbeitskräfte angesprochen werden. Ziel ist es, nicht nur bauliche Attraktionen zu schaffen, sondern temporäre Möglichkeitsräume für unterschiedliche Aktivitäten zu initiieren. Genauso wichtig ist es aber auch den Kontakt zu den „klassischen“ Freiraumakteuren auszubauen. In Kooperationspartnerschaften mit Land- und Forstwirtschaft oder dem Naturschutz werden neue Projekte entwickelt, die für alle Beteiligten Vorteile bringen.

REGIONALPARK HOFSTATIONEN

Die mit Holzstelen gekennzeichneten Höfe bieten seit 2013 die Möglichkeit Landwirtschaft direkt und genussvoll zu erfahren. Erlebnishöfe, Lernbauernhöfe, Hofcafés und Hofläden laden zur Rast ein, bei Projekten wie „Komm auf’s Feld“ kann man eigenes Gemüse anbauen. Ausgewählte Partner „machen Ihnen den Hof“, bieten Stallführungen aber auch Infos zum Regionalpark an oder helfen bei einem Platten weiter. Gleichzeitig erfährt man hier, wie Lebensmittel angebaut werden und lernt den Landwirt kennen, der sie produziert.

REGIONALPARK STAFFELLAUF

Alle sportlich Aktiven sind eingeladen mitzumachen. Für einen guten Zweck kann man seit 2011 gemeinsam Laufen, eine Alternative zur bekannten Laufstrecke kennenlernen und die Landschaft erleben. Die 190 km lange Strecke ist aufgeteilt in zwei Abschnitte. Startend am Kilometer 118 in Heusenstamm können die Läufer – egal ob als Gruppe oder als Einzelläufer – auf jeweils 9 Etappen dann entweder die Nord- oder die Südroute laufen, um das Ziel am Regionalpark Portal in Flörsheim-Weilbach zu erreichen.