Landschaft auf den Zweiten Blick

Das Rhein-Main-Gebiet steht vor allem für städtisches Leben, wirtschaftliche Macht, Internationalität und Geschwindigkeit. Wer ahnt schon, dass es hier soviel Landschaft gibt. Die Ausstellung „Landschaft auf den zweiten Blick“ will dies ändern. Mit einer Auswahl spannungsvoller Landschaftsbilder eröffnet sie neue, überraschende Blickwinkel auf die StadtLandschaft der Metropolregion.

Ein besonderer Reiz der Ausstellung liegt aber auch darin, dass sich - ganz unerwartet für den Betrachter - manche dieser Bilder plötzlich bewegen. Sie fordern auf, noch einmal genauer hinzuschauen und das eindrucksvolle Zusammenspiel von traditioneller Kulturlandschaft und dynamischer Wirtschaftsmetropole auf sich wirken zu lassen. Dabei wird deutlich, dass das Rhein-Main Gebiet sehr lebenswert und auch überraschend grün ist!

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Die Stadtlandschaft Rhein-Main

Die Rhein-Main-Region. Was für eine Landschaft ist das eigentlich und was macht sie aus? Dem klassischen Ideal entspricht sie wahrlich nicht. Vergeblich sucht man die große, offene Kulturlandschaft als Gegenwelt zur Stadt. Vielmehr zeigt sich die Landschaft des verstädterten Ballungsraums als ein Patchwork aus Stadt und Land, aus Siedlungen mit ausgefransten Rändern, Kleingärten, Gewerbe, Feldern, Wäldern, Kiesgruben und Umspannwerken. Daneben finden sich trennende Bänder von Autobahnen, Bundesstraßen und ICE-Trassen und am Himmel die Flugbahnen der startenden und landenden Flugzeuge.

Wir haben hier einen neuen Typ von Landschaft, einen Flickenteppich von Elementen aus den unterschiedlichsten Zeitebenen. Trotz der starken Besiedlung finden sich noch große Freiflächen, die weit in die Kernregion nach Frankfurt ragen. Sie bilden auch heute noch ein zusammenhängendes System von Landschaft.

Dieses ist zwar voller Brüche, birgt zugleich aber eine Vielzahl idyllischer "Landschaftsinseln" aus Streuobstwiesen, Äckern, Wald und Auen. Nicht immer schön, schon gar nicht immer harmonisch, dennoch voller Vielfalt und Eigenart – besonders auf den zweiten Blick.Vor bekanntem Hintergrund ist ein neues Bild von Landschaft entstanden: Die StadtLandschaft heutiger Metropolregionen. Allerdings bleibt das Besondere dieser Landschaft − zumindest prima vista – für den Betrachter meist unsichtbar. Zudem prägen Begriffe wie Zwischenstadt oder Drehkreuz nicht gerade das Bewusstsein für die Besonderheiten und die Vielfalt der Kulturlandschaft des Ballungsraumes. Die Potentiale dieser Landschaft schlummern im Dornröschenschlaf und warten darauf geweckt zu werden. Wir müssen nur lernen sie wahrzunehmen - sie wach zu küssen.