Die Regionalparkroute Hohe Straße

Die Route

Die Regionalparkroute folgt weitgehend dem alten Verlauf der Hohen Straße. Sie beginnt am Entreé Hohe Straße in Frankfurt-Bergen und endet in Büdingen. Entlang der Strecke wurden viele Stationen errichtet, darunter Rastmöglichkeiten, besondere Ausblicke, Leseecken und Spielmöglichkeiten für Kinder. Die Regionalparkroute übersetzt so die historischen Bezüge des Personen-, Waren- und Informationsaustauschs in die heutige Zeit und nimmt an besonderen Orten auf diese Themen Bezug.

Der Träger des Projektes „Hohe Straße“ ist der gleichnamige Verein, dem die acht Kommunen:  Frankfurt am Main, Büdingen, Niederdorfelden, Maintal, Schöneck, Nidderau, Bruchköbel und Hammersbach angehören. Ziel des Vereins ist es, die Besonderheiten der Hohen Straße, einem alten Handelsweg mit Geschichte und wunderba- ren Ausblicken auf die umgebende Kulturlandschaft, hervorzuheben und zu gestalten. Der Trägerverein ist offen für weitere Beteiligung von Kommunen und Privatpersonen.

Die Vereinsanschrift lautet:

Regionalpark Hohe Straße e. V.
Köbeler Weg 44
63456 Hammersbach

Historie

Südhessen mit seinen fruchtbaren Tälern (Wetterau) und den durchgängigen Berglandschaften (Taunus, Westerwald und Vogelsberg) war immer Durchgangsland für Händler, Völker, Pilger und Heere in West-Ost- und in Süd-Nord-Richtung. Die historische Forschung hat viele alte Fernverbindungen nachgewiesen. Die Hohe Straße war nur eine Teilstrecke in einem ganz Europa überziehenden Straßennetz (zum Beispiel der historischen Via Regia von Santiago de Compostela nach Kiew). Sie führte von (Frankfurt-) Bergen an den südöstlichen Vorhöhen des Vogelsberges entlang der Wasserscheide Nidda-Nidder und Main-Kinzig über die Fulda bei Kämmerzell nach Vacha, dann via Eisenach und Erfurt nach Leipzig.

Dieser seit der jüngeren Steinzeit beschrittene Höhenweg war seit jeher eine bedeutende Handelsstraße. Über ihn sind Bernstein- und nordische Bronzearbeiten in das Fuldaer Land gekommen. Und wie diese Straße seit dem frühen Mittelalter den kürzesten Verbindungsweg zwischen den geistlichen und politischen Zentren Mainz, Fulda und Erfurt bildete, so war sie in gleicher Weise eine der Haupthandelsverbindungen zwischen den großen Messestädten Frankfurt am Main und Leipzig. Ihre Bedeutung als Fernverkehrsstraße verringerte sich mit Entstehung der Städte in den Tallagen, die den Handelsverkehr mehr und mehr an sich zogen. In militärischer Hinsicht spielte sie bei der fränkischen Eroberung Thüringens im 6. Jahrhundert eine wichtige Rolle und war sowohl während des Dreißigjährigen Krieges, den napoleonischen Kriegszügen und der deutschen Kaiserzeit von strategischer Bedeutung. Nach Überlieferungen trug die Strecke zwischen Frankfurt und Thüringen in verschiedenen Abschnitten unterschiedliche Namen: Hohe Straße, Reffenstraße, Alte Straße, Kärrnersweg und Antsanvia.

Routenverknüpfungen

Die Hohe Straße bietet vielfältige Verknüpfungsmöglichkeiten. Im Westen mit dem Grüngürtel Frankfurt und der 190 Kilometer langen Regionalpark Rundroute. In Markköbel trifft die Hohe Straße auf die Regionalparkroute Limes in Richtung Altenstadt und in Diebach trifft sie auf die aus Langenselbold kommende Ysenburgroute.

Essen und Trinken

Die Hohe Straße ist fast durchgängig ein Höhenweg außerhalb der Ortschaften. Gastronomische Betriebe und Einkaufsmöglichkeiten für den Reiseproviant befindet sich deshalb fast ausnahmslos in den Kommunen, die im Tal liegen. Auch die Regionalparkroute Limes und die Ysenburgroute verlaufen überwiegend außerhalb der Ortslagen mit ihren Gastwirtschaften. Es ist daher anzuraten, sich schon vorab nach Einkehrmöglichkeiten und Öffnungszeiten zu erkundigen.

Toleranz und Akzeptanz

Toleranz und Akzeptanz sind entlang der Hohen Straße im besonderen Maße gefragt, denn die unterschiedlichen Interessen der Landnutzung können zu Konflikten führen. Während die Erholungssuchenden, die Hohe Straße für Freizeitaktivitäten wie Radfahren, Wandern und Natur- Erleben nutzen, sind die reizvollen Äcker, Wiesen und Felder des ländlichen Raumes vor allem auch bewirtschaftete Ertragsflächen die das Auskommen der Landwirte und Ihrer Familien sichern. Wir hoffen auf Ihr Verständnis.

Einige Attraktionspunkte auf der Hohen Straße

Große Loh

Hier am Schnittpunkt der Gemarkungen von Niederdorfelden, Maintal und Frankfurt liegt das derzeitige Entree der Regionalparkroute. Geschützt am Waldrand lenken zwei doppelte Stelenreihen den Blick zum Taunus und in Richtung Main. Sie markieren die Hohe Straße und verweisen auf ihre Verknüpfung mit den Regionalparkrouten entlang des Taunus und des Mainuferweges. Sichtbare Zeichen dafür, die entlang der gesamten Route immer wieder in Erscheinung treten, sind der Taunus-Quarzit-Steinbruch oberhalb von Köppern und das Kraftwerk Staudinger am Main, in Großkrotzenburg gelegen

Skyline – kleine Loh

An diesem Ort ist die Welt besonders morgens um 6 Uhr noch in Ordnung. Die Morgensonne lässt die Glastürme der Skyline von der Kleinen Loh aus in ganz besonderem Licht erstrahlen. Auf dem Weg in Richtung Frankfurt erscheint vor uns die Skyline natürlich gerahmt durch die Bäume der Kleinen Loh. Spiegelstämme reflektieren die Skyline und regen an, einen Blick zurück zu werfen

Leseecken

Eine wichtige Handelsware zwischen den Messestädten Frankfurt und Leipzig war das Buch. Um diesen  historischen Bezug erlebbar zu machen, wurden Leseecken errichtet. Sie befinden sich an ruhigen Orten mit einer kleinen Aussicht, dem Blick auf die jeweilige Ortschaft entlang der Hohen Straße. Die Möblierung der Leseecken lädt zum Verweilen, zum ruhigen, gemütlichen Sitzen und Liegen ein. Ein gutes Buch bei Sonnenschein und Vogelgezwitscher… Nicht nur in Frankfurt und Leipzig, auch in Nidderau findet jährlich eine Buchmesse statt.

Lausbaum

Zu großen Reisen gehört das Rasten. Entspannung bei Kaffee aus der Thermoskanne, selbst belegten Broten und hart gekochten Eiern sowie anschließenden Lockerungsübungen für die müden Knochen. Ein solcher Rastplatz findet sich am Lausbaum. Früher war hier vermutlich die letzte Rast auf der großen Reise von Leipzig nach Frankfurt am Main. Die Kleider wurden gerichtet, die Haare nochmal gekämmt – das Ziel ist nah! Der Rastplatz lädt in Anlehnung an historische Vorgaben zum Entspannen im Schatten der großen Eiche ein.

Wartbaum

Die Geschichte und Geschichten, die sich an der Hohen Straße abgespielt haben, werden am Wartbaum, einer um 1600 gepflanzten Linde, sichtbar. Diese Linde erlebte die Ereignisse der letzten Jahrhunderte: große Truppenaufmärsche zur Befreiung Frankfurts und Hanaus zogen an ihr vorbei, die Feierlichkeiten zum Gedenken der Völkerschlacht bei Leipzig fanden dort statt, sie beschattete den Feldherrnhügel für das große Kaisermanöver. Der bedeutsame engere Bereich um die Linde wurde beibehalten und die Lebensbedingungen für den Baum verbessert. Der hintere Bereich wurde als Rast- und Festplatz umgestaltet und erweitert. Kaisertafel und Fähnleinpyramide symbolisieren Ereignisse der Geschichte. Mannshohe Stelen in Gruppen aufgestellt stehen für die unterschiedlichen Gruppen, wie Händler, Bauern und Soldaten, die die Straße benutzten. Die Patrouille am Rand bewacht das Geschehen.

Sequenz Rossdorf

Die Sequenz nimmt Bezug auf die Hohe Straße als historischen Handelsweg, auf dem Waren transportiert und Informationen übermittelt wurden. In der heutigen Zeit wird eine Ware durch den Warencode – eine Reihung von Strichen, in unterschiedlicher Form und Abstand zueinander – bestimmt. Dieser Strichcode ist durch Stelen aus Corten-Stahl als Skulptur in der Landschaft nachgebildet und verweist auf die ehemals transportierten Handelsgüter.